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Der italienische Kardinal Alessandro Ludovici (Ludovisi) wird als Nachfolger des verstorbenen Paul V. zum neuen Papst gewählt und nimmt den Namen Gregor XV. an.
Streitkräfte Haitis erobern den als Santo Domingo seit 1821 selbständigen östlichen Teil der Karibikinsel. Jean Pierre Boyer wird Präsident beider Haiti.
gestorben (in St. Petersburg): Der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (*11.11.1821, in Moskau). Der Sohn eines Arztes aus verarmtem Adelsgeschlecht besuchte 1837 bis 1843 die Petersburger Militäringenieurschule und lebte seit 1844 als freier Schriftsteller. Mit 28 Jahren wurde er wegen seiner Zugehörigkeit zum revolutionären Petraschewski-Kreis zum Tode verurteilt, unmittelbar vor seiner Hinrichtung jedoch zu vier Jahren Zwangsarbeit und vier Jahren Militärdienst begnadigt. Aus der Verbannung kehrte Dostojewski 1859 als Gegner des atheistischen Sozialismus nach St. Petersburg zurück. Mit seinen großen Romanen 'Schuld und Sühne' (1866), 'Der Idiot' (1868), 'Die Brüder Karamasow' (1879/80) wurde er zum Schöpfer der philosophischen Tragödienromane Russlands. Hohe Schulden als Folge krankhafter Spielsucht zwangen ihn zu jahrelangen Auslandsaufenthalten, mit denen er sich seinen Gläubigern zu entziehen suchte. Erst 1871 kehrte Fjodor Michailowitsch Dostojewski endgültig nach St. Petersburg zurück, wo er bis zu seinem Tod am 9.2.1881 lebte.
Die Ergebnisse der ersten Volkszählung im Russischen Reich werden veröffentlicht. Danach ergibt sich eine Bevölkerungszahl von 126.5 Mio Menschen. Das seit 1808 zu Russland gehörende Finnland wurde nicht mitgezählt. Über 77% der Bevölkerung lebt auf dem Lande.
Der russisch-japanische Krieg bricht aus, weil Russland die Ansprüche Japans nach Freizügigkeit in Korea aberkennt. Die Japaner greifen seit der vergangenen Nacht den russischen Kriegshafen Port Arthur erfolgreich mit Schnellbooten an, die sie mit britischer Technologie-Unterstützung hatten herstellen können. Russland setzt seine Ostseeflotte in Marsch (England droht Deutschland wegen Versorgungslieferung von Kohle und Waffen an Russland mit Krieg), es gibt unterwegs den Doggerbank-Zwischenfall, als die Russen britische Fischerboote beschießen.
In Bochum endet nach zwei Tagen der bisher größte Streik in der Geschichte des Ruhrgebiets. Auf seinem Höhepunkt waren 200,000 Bergleute im Ausstand. Nach dem heutigen Abbruch des Streiks novelliert die Reichsregierung das Berggesetz mit dem Ergebnis, dass das preußische Abgeordnetenhaus die Einführung der Achteinhalbstundenschicht und die Zulassung von Arbeiterausschüssen verabschieden wird.
Zwischen der sich von Sowjet-Russland am 24.1. abgespaltenen Ukraine und den Mittelmächten wird der erste Frieden des Ersten Weltkriegs geschlossen (im Volksmund 'Brotfrieden' genannt wegen der ukrainischen Zusage umfangreicher Getreidelieferungen).
gestorben (in Moskau): Der ehemalige sowjetische Botschafter in Ungarn (ab 1953), KGB-Chef (seit 1957) und als Nachfolger von Breschnew seit dem 10.11.1982 Generalsekretär des ZK der KPdSU, Juri Wladimirowitsch Andropow (*15.6.1914, in Nagutskaja im Kaukasus). Der 72-jährige Konstantin U. Tschernenko (*24.9.1911 im sibirischen Bolschaja Tes, +10.3.1985 in Moskau) wird als Nachfolger des Verstorbenen zum neuen Generalsekretär der KPdSU gewählt. Bald darauf wird ihm auch das Amt des Staatschefs übertragen. Tschernenkos Wahl wird allgemein als Kompromiss- und Übergangslösung auf dem Weg zur Verjüngung der Partei gewertet, zumal er bereits bei seinem Amtsantritt unter großen gesundheitlichen Problemen litt. Damit stand der Sowjetunion und dem Ostblock eine weitere Zeit der Stagnation bevor, denn der 1971 ins ZK und 1978 ins Politbüro aufgestiegene Funktionär Tschernenko galt schon zuvor als wenig kreativer Bürokrat. Daher bestand seine besondere Bedeutung alleine in der Kürze seiner Amtszeit, denn als er am 10.3.1985 in Moskau starb, folgte mit Michail Gorbatschow der Mann, der die politische Weltkarte von Grund auf verändern sollte.
In Berlin eröffnet das American Jewish Commitee (AJC) sein Europa-Büro. Die damit erste ständige Vertretung amerikanischer Juden in Deutschland soll offizieller Verlautbarung zufolge dem Abbau des Misstrauens zwischen amerikanischen Juden und Deutschen dienen.