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2000 Jahre Chronik - Osama bin Laden
Anmerkung der Redaktion
Die Reaktion der USA und von Großbritannien auf das Attentat vom 11.9.2001 hat die Welt keinesfalls sicherer gemacht. Und es sind keineswegs schlüssige Beweise für eine Verantwortung von Osama bin Laden oder der El Quaida Extremisten erbracht worden. Unsere bin-Laden-Biografie kann Ihnen aufzeigen, wie die Stigmatisierung eines Mannes zum 'Weltfeind Nummer 1' davon ablenken hilft, was die verbleibende Großmacht und die ehemalige Großmacht an Afghanistan tatsächlich interessiert. Wir werden hierzu weiterhin Stellung beziehen unter besonderer Berücksichtigung der historischen Wurzeln gegenwärtigen Handelns.
Weltfeind Nummer Eins?
Biografie Osama bin Laden - Teil 2 a
Prolog A zum zweiten Teil
Zusammenfassung des ersten Teils
Wir haben bislang einige ganz entscheidende Aspekte aus dem Werdegang von Osama bin Laden kennen gelernt, die als historisch gesichert erscheinen (wobei es unerheblich ist, ob er 50 oder 53 Geschwister hat oder hatte), die zum Verständnis dieses Mannes unabdingbar sind, und gegen deren psychologische Wurzeln die Beschreibung seines weiteren Werdegangs standhalten muss.
Zusammenfassend ist festzustellen:
Die in muslimischer Tradition vom Vater Mohammad bin Laden geführte Groß-Familie entstammte unbegüterten süd-jemenitischen Verhältnissen.
Der Vater hatte sich in den 30er Jahren vom Handlanger zum Bauunternehmer in seiner neuen Heimat Saudi-Arabien hoch gearbeitet. Als er - sozusagen als Gastarbeiter - um 1930 aus dem Südjemen dort hin gekommen war, befand sich das Land gerade am Übergang vom einer durch beduinische Stammesfehden geprägten 'Gegend' des Hedschas und Nadschd, in der Ibn Saud seit 1926 König war, zu einem von diesem erst ab 1932 geführten und befriedet-vereinigten Königreich Saudi-Arabien. Ab 1933 wurde das Land mit der Gründung der Arabian-American Oil Company ARAMCO Objekt westlicher Öl-Interessen.
Der Vater muss nicht nur innerhalb der Familie dominant, aber auch in muslimischer Tradition großzügig gewesen sein, sondern auch dergestalt hinreichende Persönlichkeit insgesamt, dass er die Aufmerksamkeit des saudischen Königshauses auf sich ziehen konnte, bevor er zu nennenswertem Reichtum gekommen war. Er muss es zu außergewöhnlich hohem Ansehen mit Beraterfunktion innerhalb des saudischen Königshauses gebracht haben, und zwar zu so gut wie allen Mitgliedern des Königshauses. Dies kann von einem 'Zugereisten' wohl kaum durch Unterwürfigkeit erreicht werden.
Der Reichtum der Familie bin Laden hat seine Wurzeln in einer Vorleistung des Vaters, als er dem staatsbankrotten Königreich nach der Machtübernahme durch König Faisal 1964 ein halbes Jahr lang alle Gehälter des Öffentlichen Dienstes vorstreckte. Im Gegenzug erließ Faisal das königliche Dekret, dass alle (öffentlichen) Bauvorhaben an das Bauunternehmen Bin Laden zu vergeben seien.
Der durchaus in bürgerlich-muslimischer Tradition erzogene Osama bin Laden wuchs darüber hinaus in ungewöhnlich weltoffen-kultureller Atmosphäre auf überdurchschnittlichem Bildungsniveau auf, weil bereits der Vater eine besondere Familientradition der Gastfreundschaft begründet hatte, die nach dessen Tod (Osama war erst 13 Jahre alt) von seinen älteren Brüdern konsequent fortgeführt wurde: Die Familie beherbergte stets an die Hundert Muslime aus aller Welt, die sich auf der im Islam vorgeschriebenen 'Großen Pilgerfahrt' zu den in Saudi-Arabien liegenden heiligen Stätten des Islam, Mekka und Medina, befanden. Osama bin Laden fand hier nicht nur die Kontakte, die ihm später möglicher Weise nützlich sein sollten, sondern wohl auch die Personen, die ihn aus ihrer Heimat heraus zu Hilfe gerufen haben mögen.
In solcher Tradition aufgewachsen, verwundert es nicht, dass Osama bin Laden bereits in den allerersten Tagen der Invasion der UdSSR in Afghanistan sich im Dezember 1979 selbst auf den Weg machte, um sich von Möglichkeiten der Hilfeleistung durch Freunde des Hauses bin Laden informieren zu lassen. Bis dahin jedenfalls war er zumindest im Westen ein 'unbeschriebenes Blatt'. Dass er in den Folgejahren mehr und mehr in den Krieg der Mujahidin ('die den Jihad führen') hineinwuchs und Teile desselben zu seinem eigenen machte, erscheint konsequent und ausgesprochen ehrenhaft. Die USA haben dies sicherlich auch so gesehen, schließlich ging es ja gegen den Erzfeind, die UdSSR. Osama bin Laden und seine eigene Organisation haben wohl keine finanzielle oder materielle (Waffen) Unterstützung durch die USA erhalten - andere Gruppen der Mujahidin allerdings sehr wohl.
Wir werden uns im Teil 2 der Osama bin Laden Biografie mit seinem Lebenslauf nach Ende der sowjetischen Okkupation Afghanistans bis zum Ende seiner Zeit im Sudan beschäftigen. Zunächst aber eine Stellungnahme zur aktuellen Begriffswelt in den Medien - bitte blättern Sie weiter...
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Quellen: Internet, insbesondere http://pbs.org/frontline/ , Dr.Golzio, Briefe an die Redaktion