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2000 Jahre Chronik - Osama bin Laden
Anmerkung der Redaktion
Die Reaktion der USA und von Großbritannien auf das Attentat vom 11.9.2001 hat die Welt keinesfalls sicherer gemacht. Und es sind keineswegs schlüssige Beweise für eine Verantwortung von Osama bin Laden oder der El Quaida Extremisten erbracht worden. Unsere bin-Laden-Biografie kann Ihnen aufzeigen, wie die Stigmatisierung eines Mannes zum 'Weltfeind Nummer 1' davon ablenken hilft, was die verbleibende Großmacht und die ehemalige Großmacht an Afghanistan tatsächlich interessiert. Wir werden hierzu weiterhin Stellung beziehen unter besonderer Berücksichtigung der historischen Wurzeln gegenwärtigen Handelns.
Er, Osama, der Sohn eines zwar mächtigen aber immerhin 'zugereisten' Familien-Clans, hatte erheblich mit dazu beigetragen, eine der beiden Supermächte jener Zeit in die Knie zu zwingen. So etwas erweckt Misstrauen und Verdacht in einem Staat, der auf 'Ausgleich' zwischen den beiden Weltmächten bedacht und in gewissem Grade vom Wohlwollen wenigstens einer von beiden abhängig ist. Dass mit Letzterem die USA und ihre Verbündeten gemeint sind, passte bestimmt nicht in die mittlerweile stark anti-imperialistisch geprägte Gesinnung eines Osama bin Laden, der inzwischen 10 Jahre seines Lebens als aktiver Widerstandskämpfer verbracht hatte. Genausowenig passte Osama in das Weltbild des saudi-arabischen Polizeistaates jener Zeit.
Osama bin Ladens Familie stammte aus dem Südjemen, der spätestens seit 1970 als 'Volksrepublik' kommunistisch regiert und von der UdSSR 'künstlich beatmet' wurde. Osama, der gerade 'den Feind' an der einen Front in Afghanistan 'nach Hause' gekämpft hatte, war vermutlich seit längerer Zeit an der Fortsetzung resp. Ausweitung des Widerstandes gegen die Sowjets im Jemen interessiert. Dies konnte nicht im Sinne der Saudis sein, welche die seit 1982 laufenden Verhandlungen über die Wiedervereinigung beider Teile des Jemen - natürlich unter Federführung des saudi-nahen aber kleineren 'Nord'-, eigentlich 'West'-Jemen - zu einem bevorstehenden Ende bringen wollten (am 22.5.1990 wurde dieser Schritt vollzogen).
Osama bin Laden fiel in seiner Heimat Saudi-Arabien nach seiner Rückkehr im Spätjahr 1989 dadurch auf, dass er in öffentlichen Vorlesungen, Reden, Interwiews vor einer bevorstehenden Invasion des von Saddam Hussein diktatorisch geführten Irak gegen das -wie Saudi-Arabien- pro-westliche Kuwait warnte. Saudi-Arabien unterhielt zu jener Zeit beste Beziehungen zum Irak, der ja spätestens seit Beginn der palästinensischen 'Intifada' gegen Israel am 9.12.1988 zur anti-israelischen Front arabischer Staaten gehörte, auch wenn es da heftige Kriege zwischen Irak und Iran um die Vorherrschaft am Persischen Golf gegeben haben mag, was man in der arabischen Welt als bilateralen Konflikt erachtet hatte.
Osama bin Laden, der vermutlich die Reaktion seines Heimatlandes nicht geahnt hatte, unterwirft sich in der Folgezeit trotz oder gerade wegen des Reiseverbots den Auflagen der Saudis, 'sich bedeckt' zu halten. Er verbrachte darüber hinaus Ende 1989 viel Zeit damit, das saudische Königshaus vor der bevorstehenden Invasion Kuwaits durch den Irak zu warnen - Wochen, bevor genau dies dann auch geschah.
Und dann kamen die USA und mischten sich zusammen mit einer stattlichen Zahl westlich orientierter Mitstreiter in einen -nicht nur aus der Sicht Osama bin Ladens- inner-arabischen Konflikt in einer Weise ein, welche allein deshalb als die arabische Würde verletzend engesehen werden musste, weil plötzlich bewaffnete 'Ungläubige' ihre Ausgangsstellungen und Militär-Camps in unmittelbarer Nähe der allerheiligsten Stätten des Islam, Mekka und Medina, erichtet hatten und nicht daran dachten, diese nach vorläufiger Bereinigung des irakisch-kuwaitischen Konfliktes zu verlassen...
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Quellen: Internet, insbesondere http://pbs.org/frontline/