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2000 Jahre Chronik - Osama bin Laden
Anmerkung der Redaktion
Die Reaktion der USA und von Großbritannien auf das Attentat vom 11.9.2001 hat die Welt keinesfalls sicherer gemacht. Und es sind keineswegs schlüssige Beweise für eine Verantwortung von Osama bin Laden oder der El Quaida Extremisten erbracht worden. Unsere bin-Laden-Biografie kann Ihnen aufzeigen, wie die Stigmatisierung eines Mannes zum 'Weltfeind Nummer 1' davon ablenken hilft, was die verbleibende Großmacht und die ehemalige Großmacht an Afghanistan tatsächlich interessiert. Wir werden hierzu weiterhin Stellung beziehen unter besonderer Berücksichtigung der historischen Wurzeln gegenwärtigen Handelns.
Weltfeind Nummer Eins?
Biografie Osama bin Laden - Teil 3 b
Vom Widerstandskämpfer zum Terroristen
Golfkrieg und Flucht aus der Heimat
Als Osama bin Laden nach seiner Rückkehr in seine Heimat Saudi-Arabien, vermutlich im Herbst 1989, trotz Einschränkungen seiner persönlichen Freiheiten und Freizügigkeiten die saudische Öffentlichkeit und das von König Fahd (Fahad) geführte saudische Königshaus unermüdlich vor einer bevor stehenden Invasion des Iraks in das kleine aber ölreiche Kuwait warnte, tat er sich selbst damit keinen persönlichen Dienst: er geriet mehr und mehr in das Visier der vom saudischen Innenminister Prinz Nayef geleiteten saudischen Sicherheitsbehörden. Man bekundete dem zwar geldmächtigen, aber immerhin 'zugereisten' bin Laden lediglich, dass man sich um die Angelegenheit kümmern wolle.
Am 2.8.1990 geschieht dann das, was Osama bin Laden seit Monaten warnend gepredigt hat: Die Invasion Kuwaits durch den Irak. Ein islamisches Land überfällt das andere, Bruderstaaten im Glauben, nicht allerdings im Weltgetriebe.
Sofort nach dem Überfall, bei dem ja auch die Invasion des Agressors in Saudi-Arabien als Perspektive nicht mehr auszuschließen war, wandte sich der inzwischen zum 'underdog' und - zumindest bei den saudischen Behörden - gelinde gesagt als 'Störenfried' mutierte Osama bin Laden noch einmal an das saudische Königshaus, das ja ihre Existenz zu nicht unerheblichen Teilen der Unterstützung des bin Laden Clans zu verdanken hatte, und legte wohl einen Abwehrplan vor, der den inner-arabischen Konflikt inner-arabisch lösen sollte. Bei dieser Gelegenheit hat bin Laden wohl auch das Engagement seiner in Afghanistan aufgebauten Gruppen von jetzt mehr oder weniger autonomen, aber sicherlich 'arbeitslosen' Widerstandskämpfer der in der arabischen Welt inzwischen als 'arabische Afghanen' bekannten und hoch geachteten Kampftruppen und Gefolgsleute angeboten gehabt.
Die Antwort des pro-amerikanischen Königshauses an den misstrauisch beäugten siebten Sohn eines 'Zugereisten' war hinhaltend. Die Weichen waren anders gestellt. Die jetzt folgende Entwicklung hatte entscheidenden Einfluss auf bin Laden, sie stellte den Beginn seiner offenen Feindschaft gegen die USA dar.
Am 17.1.1991 intervenierten dann 31 'west-alliierte' Staaten unter Duldung (nicht im Auftrag) der UNO und unter militärischer Führung der USA im als '2.Golf-Krieg' bekannten Konflikt unter Missachtung aller Würde islamisch geprägter Staaten: Man verlegte eines der wichtigsten Zentren des Angriffs auf den Irak nach Saudi-Arabien, der traditionell mit Schutzpflicht behafteten Heimat der beiden heiligsten Stätten des Islam, Mekka und Medina.
Plötzlich standen 'Ungläubige' - die nicht selten durch große Worte, um nicht zu sagen: 'Großmäuligkeit' auffielen - samt ihrer weiblichen Mitglieder oder gar Gefolgschaften dicht beim seit Jahrhunderten bitter verteidigten allerhöchsten Heiligtum ALLER Muslims. Es ist bezeichnend für die 'Sensibilität' der US-Strategen, diesem Umstand bis heute offensichtlich wenig Beachtung geschenkt zu haben: Die Verletzung der Würde der Beteiligten.
Für den Durchschnitts-Muslim ist allein die Nachbarschaft ihres Allerheiligsten mit 'Ungläubigen' ein undenkbarer Affront, für puristisch denkende Muslims ein Schlag ins Gesicht, für radikale Islamisten eine Kriegserklärung ohne Erklärung des Krieges.
Es waren seitens des Westens große Worte gegen die Person Hassam Husseins gefallen - seiner selbst ist man allerdings bis heute nicht habhaft geworden, weil man 'die Region nicht destabilisieren wollte' (die damalige US-Administration Bush sr. hatte dies zu verantworten; Bush jr. mag heute aktuell den Wunsch haben, die Versäumnisse des Vaters nachzubessern - auch wenn es mit dem aktuellen Geschehen möglicher Weise wenig zu tun haben könnte). In den Augen eines gegen die andere Weltmacht der damaligen Zeit - die UdSSR - bereits erfolgreichen bin Laden, und aus islamischer Sicht insgesamt hatten sich die USA alleine damit als 'Feiglinge' entlarvt, dass sie einen übernommenen Auftrag nicht zu Ende gebracht hatten. Die USA hatten sich damit ihrer eigenen Würde selber beraubt gehabt. Wen sollte es fortan hindern, einen würdelosen Feind, der sich zurück zieht, bevor er den selbst behaupteten Auftrag erfüllt hat, an jedweder Front mit jedwedem Mittel - auch einem 'würdelosen' oder unadäquaten - anzugreifen? Der 'Feind' USA hatte sich als 'leicht angreifbar' erwiesen, gerade ebenso wie später beim überhasteten Rückzug aus Somalia. Die Flanken zu entblößen, ist auch des Löwen Tod. Der 'Löwe' USA hatte seine Flanke gezeigt...
Osama bin Laden hatte bereits früher mehrfach die Korrumpierbarkeit des saudischen Königshauses (zugunsten des Westens, insbesondere US-amerikanischen Geldes; zu Lasten der Sache des Islam, insbesondere Alkohol- und Drogenmissbrauchs und Prostitution) angeprangert gehabt. Die aktuelle Entwicklung schien ihm Recht zu geben. Er selbst geriet dabei zunehmend ins Abseits. Er änderte seine Strategie: statt weiter Petitionen ans Königshaus zu richten, verlegte er sich auf Agitationen in islamisch-religiösen Kreisen und Islamschulen, was ihn nur noch schärfer ins Visir des saudischen Polizeiapparats brachte.
Bis heute stehen wesentliche Truppenkontingente der USA und Großbritanniens in Saudi-Arabien, nach wie vor OHNE offiziellen Auftrag der UNO, welche zum Teil trotz der überzeugenden Leistung des seit 1996 amtierenden Ghanesen Kofi Annams allein deshalb wenig handlungsfähig ist, weil insbesondere die USA seit Jahren ihre Beiträge zur Finanzierung der UNO, 'United Nations Organization', schuldig bleiben und derzeit mit über 1,5 Milliarden US$ als größter Schuldner für die weltweit wohl einzig anerkannte Vermittlerorganisation in Krisenfällen dastehen. Statt die Friedensmissionen der UNO zu fördern, wurden unmittelbar nach dem 11.9.2001 satte 40 Mrd. US$ für wohl überwiegend militärische Operationen bereit gestellt.
Lesen Sie nach einem Überblick zum Weltgeschehen 'um den 2.Golfkrieg herum' weiter, wie man aus einem Widerstandskämpfer einen Terroristen macht, wenn dieser nicht 'spurt'...
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Quellen: Internet, insbesondere http://pbs.org/frontline/