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2000 Jahre Chronik - Osama bin Laden
Anmerkung der Redaktion
Die Reaktion der USA und von Großbritannien auf das Attentat vom 11.9.2001 hat die Welt keinesfalls sicherer gemacht. Und es sind keineswegs schlüssige Beweise für eine Verantwortung von Osama bin Laden oder der El Quaida Extremisten erbracht worden. Unsere bin-Laden-Biografie kann Ihnen aufzeigen, wie die Stigmatisierung eines Mannes zum 'Weltfeind Nummer 1' davon ablenken hilft, was die verbleibende Großmacht und die ehemalige Großmacht an Afghanistan tatsächlich interessiert. Wir werden hierzu weiterhin Stellung beziehen unter besonderer Berücksichtigung der historischen Wurzeln gegenwärtigen Handelns.
Weltfeind Nummer Eins?
Biografie Osama bin Laden - Teil 5 b
Vom Widerstandskämpfer zum Terroristen
Fünf Jahre Aufbau-Arbeit im Sudan
Im Sudan wurde Osama bin Laden Ende 1991 'mit offenen Armen' aufgenommen und als Ehrengast behandelt - nicht etwa, weil er half, die christlichen Bürgerkriegsgegner im Süden des Landes zu bekämpfen. Weder Osama noch die sudanesische Führung dürften Interesse oder Ambitionen gehabt haben, die in Afghanistan stehenden oder ausgebildeten Kampftruppen der 'bin Laden' Widerstands-Camps im Sudan militärisch einzusetzen. Vielmehr standen handfeste Wirtschafts- und Bau-Interessen der bin Laden Familie im Vordergrund: Osama brachte eine große Menge an Baumaterial und -maschinen ins Land, engagierte sich stark im Verkehrswegebau und konnte eine nicht geringe Zahl an Investoren (einschließlich seiner Familie und sich selbst) aus seiner Heimat für den Sudan interessieren. Dass bin Laden am Ende mit ca. 150 Mio US$ unbeglichener Außenstände da stehen würde, hatte er selbst zu dieser Zeit wohl auch nicht annehmen wollen. Er hat sich sicherlich wenig um den Bürgerkrieg mit dem christlich-orthodoxen Süden des Landes gekümmert. 'Seine' Seite war die des islamistischen Nordens des Landes.
Mit Sicherheit falsch sind solche ausschließlich derzeit (2001-09-27) aus US-Quellen stammenden und teilweise von führenden deutschen Zeitschriften blindlings weiter gereichten Berichte (Beispiel: die 'WELT' am 27.9.2001), wonach sich Osama bin Laden zwischen Herbst 1991 und Frühjahr 1996 in Afghanistan aufgehalten und dort terroristische Anweisungen zum Kampf gegen wen-auch-immer gegeben haben soll.
Vollkommen unlogisch erscheint auch die Verbindung bin Ladens mit dem Autobomben-Attentat auf das World Trade Center in New York City von 1993 zu sein:
Osama bin Laden hatte zu diesem Zeitpunkt noch *KEINE* ausdrücklich gegen die USA gerichtete Fatwah ausgesprochen.
Zwar sind 'afghanische Veteranen des Widerstandes' gegen die UdSSR als vermutliche Attentäter identifiziert worden, eine Verbindung von diesen zu Osama bin Laden glaubte bis vor Kurzem selbst der CIA nicht zu sehen.
Die Handlungs-Logik ist nicht gegeben. Vielmehr kehrt sich bin Laden erst 1994 nach seiner Ausbürgerung zunächst gegen das Regime Saudi-Arabiens, dann erst 1996 von Afghanistan aus gegen westliche Präsenz zunächst ausschließlich im arabischen Kernland.
Erst im Februar 1998 internationalisiert bin Laden seinen Kampf gegen die Herrschaft des Westens über islamische Territorien und gründet die 'Internationale Islamische Front des Jihad gegen Juden und Kreuzzügler'.
Auch hier im Sudan wurde Osama bin Laden vom Geheimdienst Saudi-Arabiens verfolgt, auch hier konnte er einem Attentat dank Vorwarnungen aus 'informierten Kreisen' erneut entkommen. Die Basis für den Ruf, Terrorist zu sein, legten ihm die Saudis allerdings jetzt schon. Zwar konnten ihn seine Geschäftsfreunde aus seiner Heimat bis etwa 1994 ohne Beschränkungen oder Argwohn im Sudan aufsuchen, was auch recht häufig der Fall war, aber wohl keiner dieser Geschäftskontakte blieb unbeobachtet. Bis 1994 war Osama bin Laden wenigstens in offiziellen saudischen Verlautbarungen kein 'Oppositioneller' gewesen (unter der Hand allerdings seit über 3 Jahren durch genau diese Kreise diskriminiert worden) - jetzt wurde er es: In diesem Jahr entzogen die saudi-arabischen Behörden Osama bin Laden offiziell die Bürgerschaftsrechte als 'Feind Saudi-Arabiens', so der Vorwurf. Seine zu jener Zeit noch in Saudi-Arabien liegenden Geldvermögen waren bereits irgendwann zwischen 1992 und 1994 insgeheim eingefroren oder konfisziert worden.
Der bislang tolerant oder sogar ausweichend reagierende Osama geht ab jetzt nicht mehr auf Distanz, sondern in Konfrontation. Aus einem applaudierten Widerstandskämpfer gegen die 'gottlosen Feinde und Eindringlinge' aus der UdSSR wird jetzt 'der Terrorist' gegen Saudi-Arabien und damit auch die USA, die Saudi-Arabien inzwischen alleine durch ihre Freundschaft und Feindschaft gegen den gemeinsamen Feind Irak ausreichend beherrschen. Ironischer Weise hat der bin-Laden-Baukonzern die beiden wichtigsten Militärbasen gegen den Irak in Saudi-Arabien gebaut gehabt...
Osama bin Laden veröffentlicht als Antwort auf seine Ausbürgerung ein Communiqué, in dem er die Entscheidung der Saudis verurteilt und ihnen das Recht abspricht, irgend einen Staatsangehörigen überhaupt ausbürgern zu können. Und er gründet zusammen mit saudischen Muslimschulen und islamistischen Aktivisten das rein politisch agierende ARC 'Advice and Reform Committee', das in Folge etwa siebzehn das saudische Regime hart angreifende Communiqués verfasst, ohne allerdings in dieser Zeit offen zur Gewaltanwendung aufgerufen zu haben.
In diesem Umfeld erfolgt dann im Frühjahr 1995 das vermeintlich anti-amerikanische aber eher doch wohl anti-saudische Auto-Bombenattentat in der saudi-arabischen Hauptstadt Riyadh auf die Nationalgarde, bei der sechs Soldaten getötet werden. Dies Bombenattentat ist seitdem als Angrif auf die USA interpretiert worden, ohne dass die USA involviert gewesen wären. Sollte Osama bin Laden in den offiziellen Augen der USA zum 'Terrorist' geworden sein, so war dies jetzt geschehen, schließlich war ein (wenigstens vorübergehend) befreundetes oder wenigstens alliiertes Land betroffen. Einen Beweis für seine Urheberschaft bleiben alle Ankläger bis heute schuldig, 'man bringt ihn mit diesem (und in der Folge: weiteren Anschlägen) Anschlag in Verbindung', so ist bis gestern die Rede gewesen. Erst ab Ende September 2001 finden sich in der US-amerikanischen Presse differenzierte Darstellungen, nachdem man wohl erkannt hat, dass dieser weltweite Terrorismus seine Ursachen in Jahrzehnte langer Unterdrückung und Bevormundung des Nahen und Mittleren Ostens durch wie auch immer geartete westliche Allianzen haben könnte.
Als Folge der Fixierung auf Osama bin Laden als 'Terrorist' sieht sich der Sudan jedenfalls wachsendem internationalen Druck ausgesetzt, weil er diesem 'Unterschlupf gewährt'.
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Quellen: Internet, insbesondere http://pbs.org/frontline/