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2000 Jahre Chronik - Osama bin Laden
Anmerkung der Redaktion
Die Reaktion der USA und von Großbritannien auf das Attentat vom 11.9.2001 hat die Welt keinesfalls sicherer gemacht. Und es sind keineswegs schlüssige Beweise für eine Verantwortung von Osama bin Laden oder der El Quaida Extremisten erbracht worden. Unsere bin-Laden-Biografie kann Ihnen aufzeigen, wie die Stigmatisierung eines Mannes zum 'Weltfeind Nummer 1' davon ablenken hilft, was die verbleibende Großmacht und die ehemalige Großmacht an Afghanistan tatsächlich interessiert. Wir werden hierzu weiterhin Stellung beziehen unter besonderer Berücksichtigung der historischen Wurzeln gegenwärtigen Handelns.
Weltfeind Nummer Eins?
Biografie Osama bin Laden - Teil 5 d
Vom Widerstandskämpfer zum Terroristen
Unruhiges Afghanistan und anti-amerikanische Attentate
Bei seiner Ankunft in Jalalabad war die Situation in Afghanistan im Frühjahr 1996 immer noch recht verworren. Im Unterschied zu 1991, als sich die Widerstandsgruppen der Mujahidin untereinander zu bekämpfen begonnen hatten, war allerdings inzwischen eine neue, vordem nicht im Widerstand zur UdSSR stehende Gruppe hinzu gekommen: die überwiegend aus Pakistan kommenden Taliban ('Koranstudenten', 'Theologiestudenten', von arabisch Talib |T.aalib| = Student; siehe hierzu den Hintergrundbericht des Indologen Dr. Golzio). Im Gegensatz zu den meisten 'normal'-islamischen Mujahidin-Gruppen sind die Taliban fundamental radikal-islamistisch oder geben sich wenigstens so. Dass sie als menschen-feindlich zu betrachten sind, beweist ihre Haltung gegenüber der weiblichen 'Hälfte' der Bevölkerung, die schlimmer als im 'finstersten Mittelalter' versklavt, erniedrigt, gedemütigt, diskriminiert, vergewaltigt und von den menschlichen Grundrechten - allen voran der Bildung, der freien Wahl der Wohnortes, der Versammlungsfreiheit und der Freiheit der Berufswahl - fern gehalten wird. Weder die Taliban noch die Kollaberation bin Ladens mit ihnen finden irgendwelche Zustimmung seitens des Chronisten (was aber hier derzeit nicht zur Debatte steht).
Osama bin Laden hatte nach wie vor beste Kontakte zu fast allen Splittergruppen der Mujahidin im Lande, nicht so zu den jugendlichen Taliban. Seine neue Wahlheimat - wenn man diesen Begriff mit einem Flüchtling in Verbindung bringen darf - Jalalabad wurde von Yunis Khalis kontrolliert, der sich später den Taliban anschließen sollte.
Am 25.6.1996 erfolgte dann das Bombenattentat auf einen amerikanischen Kasernen-Wohnblock in Khobar in Saudi-Arabien, bei dem 19 US-Soldaten getötet und mehr als 370 Personen verletzt wurden. Auch hier zeigte das saudische Regime eilfertig auf Osama bin Laden als 'Drahtzieher', obwohl bis heute niemand die Verantwortung für das Attentat übernommen hat und bin Laden sicherlich mehr damit zu tun hatte, seine Position in Afghanistan zu festigen als Attentate zu planen. Und die aktuelle Entwicklung bestätigt dies: CNN berichtet am 22.6.2001 über die offizielle Anklage des US-amerikanischen Gerichtshofes gegen 13 Saudis und einen Libanesen, alle 14 seien als Hisbollah-Agenten identifiziert, die das Attentat im Auftrag und unter Beteiligung offizieller Stellen des Iran (!) verübt haben sollen. Osama bin Laden ist inzwischen allerdings als Terrorist ausreichend stigmatisiert.
Erst Ende 1996 veröffentlicht Osama bin Laden die erste anti-amerikanische Fatwah, die heute gerne als 'Kriegserklärung an die USA' bezeichnet wird. Dies mag sie wohl indirekt auch sein, allerdings ist diese 12-seitige Erklärung strikt begrenzt auf das Ziel, die USA und ihre Westalliierten aus der Arabischen Halbinsel zu vertreiben. Als Reaktion versuchten Saudis und die USA auf Yunis Khalis einzuwirken, Osama bin Laden auszuliefern - trotz großzügiger Offerten ohne Erfolg.
Ende 1996 nahmen die Taliban Jalalabad fast ohne Widerstand ein, und Osama bin Laden geriet unter ihre Kontrolle. Er war sich keineswegs sicher, von den Eroberern weiterhin wie von den Mujahidin beschützt zu werden. Zu seiner eigenen Überraschung ließ ihn dann der Taliban-Führer Mullah Omer durch eine Delegation aufsuchen und wissen, dass bin Ladens Schutz durch die Taliban eher noch verbessert und es eine Ehre für diese sei, einen solch verdienten Kämpfer des Jihad wie Osama bin Laden beherbergen zu dürfen.
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Quellen: Internet, insbesondere http://pbs.org/frontline/