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2000 Jahre Chronik - Osama bin Laden
Anmerkung der Redaktion
Die Reaktion der USA und von Großbritannien auf das Attentat vom 11.9.2001 hat die Welt keinesfalls sicherer gemacht. Und es sind keineswegs schlüssige Beweise für eine Verantwortung von Osama bin Laden oder der El Quaida Extremisten erbracht worden. Unsere bin-Laden-Biografie kann Ihnen aufzeigen, wie die Stigmatisierung eines Mannes zum 'Weltfeind Nummer 1' davon ablenken hilft, was die verbleibende Großmacht und die ehemalige Großmacht an Afghanistan tatsächlich interessiert. Wir werden hierzu weiterhin Stellung beziehen unter besonderer Berücksichtigung der historischen Wurzeln gegenwärtigen Handelns.
Weltfeind Nummer Eins?
Biografie Osama bin Laden - Teil 5 e
Vom Widerstandskämpfer zum Terroristen
Unter dem Schutz der Taliban
Die Saudis hatten nicht aufgehört, Osama bin Laden fangen zu wollen. Im Frühjahr 1997 heuerten sie in Pakistan Legionäre an, die vom pakistanischen Geheimdienst vermittelt worden waren, um ihn aus Afghanistan gewaltsam zu entführen. Auch diesmal sickerten Informationen zu bin Laden durch, und er verließ Jalalabad unverzüglich Richtung Kandahar, dem Bollwerk der Taliban im Südosten des Landes. Darauf hin wurde die versuchte Kidnapping-Aktion von den Saudis abgebrochen.
Inzwischen kontrollierten die Taliban etwa zwei Drittel des Landes außer der Hauptstadt Kabul und dem Norden. Bevor bin Laden Jalalabad verließ, wies er seine Gefolgsleute an, die Taliban nach Kräften im gerade wieder neu entflammten Kampf gegen die im Norden des Landes stehenden Mujahidin des Schah Massud und seines Mitstreiters Rashid Dostum zu unterstützen. Und es war dann auch tatsächlich Hilfe aus der Sicht der Taliban von Nöten, weil Dostum einen Korridor zum Norden Kabuls frei gekämpft hatte. Allein dem Einsatz der Gefolgsleute bin Ladens hatten es die durcheinander geratenen Taliban in dieser Phase zu verdanken, dass Massud der Weg nach Kabul abgeschnitten werden konnte.
Schließlich kam es in dieser Zeit auch zu einer ersten Begegnung zwischen Osama bin Laden und dem Taliban-Führer Mullah Omer. Dieser bezeugte seinen Respekt vor bin Laden, drückte aber auch seinen Wunsch aus, bin Laden möge sich nicht exponieren - was kein Befehl sondern ein Wunsch sei. Osama bin Laden hielt sich zunächst daran und ging 'in Deckung'.
'Osama bin Laden nahe stehende Kreise' berichten für Ende 1997 von einer größeren Aktion der USA gegen bin Laden. Danach soll geplant gewesen sein, einen US-Kommandotrupp nach Kandahar zu schicken, um bin Laden zu entführen. Auch diesmal sorgte eine undichte Stelle im pakistanischen Geheimdienst dafür, dass bin Laden gewarnt wurde. Dieses Mal floh er nicht, sondern machte die Sache in der Londoner Al-Quds Al-Arabi Presse publik, worauf das Unternehmen abgebrochen wurde.
Die eigentliche politische Gewalt bei den Taliban liegt, wie wir Ende September 2001 bei der Beratung über den grundsätzlichen Schutz Osama bin Ladens durch die Taliban beobachten konnten, bei der als Ulema ('Gemeinschaft der Lehrer', 'die das Wissen haben') bezeichneten Taliban-Geistlichkeit. Dies erkennend, bemühte sich bin Laden intensiv um gute Kontakte zu den Schlüsselfiguren in dieser um die 1,000 Personen zählenden Führungsriege der Taliban. Und er hatte zunehmenden zumindest ideologischen Erfolg bei seinem Bemühen, die USA von der Arabischen Halbinsel zu vertreiben: Etwa 40 Mitglieder der Ulema gaben 1997/1998 eine gegen die Präsenz der USA auf der Arabischen Halbinsel gerichtete Fatwah heraus, die expressis verbis ALLE Mittel zur Vertreibung der Amerikaner sanktionierte. So durch die Ulema selbst gestärkt, wagte sich Usama bin Laden wieder aus seiner Deckung hervor, stets erklärend, den Willen der Ulema zu respektieren...
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Quellen: Internet, insbesondere http://pbs.org/frontline/