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2000 Jahre Chronik - Das aktuelle Thema
Anmerkung der Redaktion
Die Reaktion der USA und von Großbritannien auf das Attentat vom 11.9.2001 hat die Welt keinesfalls sicherer gemacht. Und es sind keineswegs schlüssige Beweise für eine Verantwortung von Osama bin Laden oder der El Quaida Extremisten erbracht worden. Unsere bin-Laden-Biografie kann Ihnen aufzeigen, wie die Stigmatisierung eines Mannes zum 'Weltfeind Nummer 1' davon ablenken hilft, was die verbleibende Großmacht und die ehemalige Großmacht an Afghanistan tatsächlich interessiert. Wir werden hierzu weiterhin Stellung beziehen unter besonderer Berücksichtigung der historischen Wurzeln gegenwärtigen Handelns.
Dieser Beitrag erreichte uns am 13.9.2001 per email:
Terroranschläge in den USA: Brücken bauen, Gewalt-Eskalation verhindern!
Erklärung von Friedensorganisationen
Die Welt droht nach dem 11. September 2001 kälter und kriegerischer zu werden. Mit dem Entsetzen und Mitgefühl für die Opfer und deren Angehörige verbindet sich auch die Furcht, dass die US-Administration nach dieser beispiellos brutalen Terroraktion in der Logik der Gewaltspirale zurückschlägt und neue Eskalationen folgen.
Nachzudenken ist auch über die politischen Bedingungen, die es möglich gemacht haben, dass ein Teil der Menschen in einigen Völkern 'den Westen' und insbesondere die USA so hasst, dass eine Gruppe von Terroristen anscheinend meint, sich bei ihrem Massenmord auf diese Unterdrückten beziehen zu können. Und auch wenn wir alle bei diesem entsetzlichen Leid mit den Menschen in den USA solidarisch sind, werden wir dem Rachegedanken und der möglichen Antwort mit staatsterroristischen Mitteln widersprechen müssen.
Erhärtet sich der Verdacht gegen die Gruppe Bin Laden oder andere islamische Fundamentalisten, könnte die bereits schon länger von christlich-abendländischen Fundamentalisten proklamierte Ansicht vom 'Kampf der Kulturen' (u.a. Huntington) in den westlichen Gesellschaften gefährlichen Zulauf gewinnen. Schon spricht Bundeskanzler Schröder von einer 'Kriegserklärung gegen die zivilisierte Welt'. Die Trennung in eine 'zivilisierte' und eine 'unzivilisierte Welt' vertieft die Gräben.
Es gibt keine Religion, die solche Terrorakte rechtfertigen würde. Jetzt kommt es darauf an, in unseren Gesellschaften keine Feindschaft gegen 'den Islam' generell zuzulassen sondern vielmehr Brücken zu bauen.
Gegenüber blankem Terror gibt es keinen hundertprozentigen Schutz. Eine Politik, die den Terrorismus wirksam bekämpfen und eindämmen will, muss ihm den sozialen, politischen und ideologischen Nährboden entziehen, in dem er gedeiht. Ein Klima des Hasses und der Intoleranz und eine Politik, die Gewalt mit Gegengewalt und Gegengewalt mit neuer Gewalt beantwortet, bereitet auch den Boden für neue Terrorakte. Dem Terrorismus durch zivile Maßnahmen und durch die Stärkung des Rechts und der Gerechtigkeit den Boden zu entziehen, ist langfristig das bessere Mittel als der Gedanke an Rache und militärische Vergeltung.
Trotz aller Wut und Trauer appellieren wir an die US-Regierung und deren Verbündete, besonnen und nicht mit militärischer Gegengewalt zu reagieren. Dies kann unser Beitrag dafür sein, dass ein weiteres Drehen an der Gewaltspirale verhindert werden kann.
Initiiert von: AG Zivile Konfliktbearbeitung im Netzwerk Friedenskooperative (Bonn); Kampagne gegen Rüstungsexport (Wiesbaden), Ohne RüstungLeben (Stuttgart), Versöhnungsbund - deutscher Zweig (Minden). Unterstützt von der Internationale der Kriegsdienstgegner/innen (IDK) e.V. Berlin