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2000 Jahre Chronik - Das aktuelle Thema
Anmerkung der Redaktion
Die Reaktion der USA und von Großbritannien auf das Attentat vom 11.9.2001 hat die Welt keinesfalls sicherer gemacht. Und es sind keineswegs schlüssige Beweise für eine Verantwortung von Osama bin Laden oder der El Quaida Extremisten erbracht worden. Unsere bin-Laden-Biografie kann Ihnen aufzeigen, wie die Stigmatisierung eines Mannes zum 'Weltfeind Nummer 1' davon ablenken hilft, was die verbleibende Großmacht und die ehemalige Großmacht an Afghanistan tatsächlich interessiert. Wir werden hierzu weiterhin Stellung beziehen unter besonderer Berücksichtigung der historischen Wurzeln gegenwärtigen Handelns.
Dieser Beitrag erreichte uns am 18.9.2001 per email:
Militärschlag gegen Afghanistan? - NEIN !!
Ein Volk in Knechtschaft bestrafen?
Es ist verständlich, dass Vergeltung für den grauenhaften Terroranschlag gefordert wird. Auch ich bin immer noch entsetzt und versuche die Eindrücke zu verarbeiten. Ich muss jedoch auch verarbeiten, was mit dem afghanischen Volk in den letzten 24 Jahren passiert ist.
Am 27. April 1978 übernahm eine verschwindend kleine, prosowjetische Minderheit die Macht in Afghanistan. Die sehr jungen afghanischen Kommunisten regierten plötzlich mit sowjetischen Ratgebern ein Land mit 17 Millionen Bauern und Hirten und lösten einen graueneregenden Terror aus. 'Wir werden nur eine Million Afghanen leben lassen', sagte der Kommandant des neuen Konzentrationslagers Pul el Tcharkhi, in dem zehntausend Afghanen ums Leben kamen. Manche wurden mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leibe öffentlich verbrannt.
Angesichts dieses ungeheuren Grauens erhob sich das Volk gegen das Regime. Am 24. Dezember 1979 fielen sowjetische Panzer und Kampfflugzeuge in Afghanistan ein, um den Volkaufstand niederzuschlagen. Ganze Bergstämme wurden ausgehungert, vertrieben oder sind nach Pakistan geflohen. Das einfache Volk kämpfte fast nur mit den Händen gegen gepanzerte Helikopter, lähmende Gase und Napalm. Schüler wurden von Gewehrsalven auf den Straßen niedergemetzelt. Was machte die Welt? Sie prüfte die Sittlichkeit eines Olympiaboykotts und gab hypothetische Strategien für den 'Wenn-Fall' aus und machte sich Gedanken über die Erdölkonjunktur.
Ich bin am 17. Dezember 1978 aus Pakistan kommend auf schwierigen Umwegen über den Iran nach Afghanistan eingereist, und habe die Angst und den Zorn meiner freundlichen Gastfamilie erlebt. Sie haben mich gedrängt, schnell das Land wieder zu verlassen, es wäre zu gefährlich zu bleiben. Kurze Zeit später waren die Grenzen geschlossen. Ich war in Sicherheit. Jetzt fliehen die Afghanen wieder. Nach den Sowjets droht nun die andere Weltmacht einzufallen. Man will nur die Terroristen aus ihren Löchern holen,- Vergeltung und Gerechtigkeit wird gefordert. Und wieder ist es sicher nur eine kleine Minderheit, die der Auslöser ist. Ich wünsche mir für die Menschen des afghanischen Volkes auch endlich Gerechtigkeit und endlich Frieden. Ein Wunsch, den der Großteil der Afghanen sicher auch will.