Er begründete die Programmusik und eine neue Instrumentationskunst.
Berlioz, geboren am 11. Dezember 1803 in La Cote-Saint-André bei
Grenoble, sollte wie sein Vater Arzt werden. Der Medizinstudent aus der Provinz, der nur
Flöte und Gitarre spielte und noch nie eine Oper oder Symphonie gehört hatte, wurde in
Paris von einer solchen Leidenschaft für das Theater und die Musik ergriffen, daß er
sein Medizinstudium abbrach, um am Pariser Konservatorium, dessen Direktor Cherubini war,
Musik zu studieren.
1828 trat Berliosz erstmals als Komponist an die Öffentlichkeit. Zwei Jahre später
erhielt er in einem internationalen Wettbewerb den Rom-Preis, komponierte während seines
Italienaufenthaltes die symphonische Dichtung "Harold in Italien" und begegnete
Mendelssohn in der Villa Medici. Obwohl er durch Paganini und Liszt große Anerkennung
erfuhr, mußte er sich, nach Paris zurückgekehrt, seinen Lebensunterhalt als
Schriftsteller, Bibliothekar und Konservator zu verdienen - erst seine Konzertreisen ins
Ausland brachten ihm Erfolg. In Wien beispielsweise wurde seine "Symphonie
fantastique" mit großer Begeisterung aufgenommen. Grillparzer schrieb: "Für
mich ist Berliosz ein Genie ohne Talent".
Im Alter vereinsamt und schwermütig geworden, starb Berliosz am 8. März 1869 in Paris.
Sein Stellenwert in der Musikgeschichte liegt in der völlig neuen Behandlung des
Orchesterklangs, der zu einem Tongemälde verschmilzt, und der "Idée fixe", die
in leicht variierter Form das ganze Werk durchzieht und bereits Wagners Leitmotiv
vorwegnimmt.
links: Photographie aus dem Musée Berlioszrechts: satirische
Darstellung von A. Geiger
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