Borchert wurde am 20. Mai 1921 als Sohn eines Volksschullehrers in Hamburg geboren.
Bereits als Oberschüler veröffentlichte er kleine Gedichte im "Hamburger
Anzeiger". Die 1939 begonnene Buchhändlerlehre füllte ihn nicht aus, so daß er
nebenher Schauspielunterricht nahm und 1940 nach Lüneburg engagiert wurde. 1941 kam er an
die Ostfront. Äußerungen gegen den Nationalsozialismus brachten ihn, der inzwischen an
Gelbsucht und Diphterie erkrankt war, in ein Nürnberger Gefängnis, aus dem er zwecks
Bewährung wieder an die Ostfront geschickt wurde. Schließlich als untauglich entlassen,
ging er nach Hamburg, trat dort mit eigenen Texten in kleineren Kabaretts auf und kam
erneutwegen politischer Äußerungen ins Gefängnis, diesmal nach Berlin. 1945 kehrte er,
chronisch fieberkrank und völlig gebrochen, in das zerstörte Hamburg zurück. Hier
schrieb er im Wettlauf mit dem Tod seine Erzählungen "Die Hundeblume", "An
diesem Dienstag", "Mein bleicher Bruder", "Nachts schlafen die Ratten
doch", "Schischyphusch oder der Kellner meines Onkels" und das Hörspiel
"Draußen vor der Tür". Borcherts Werk handelt vom Elend der Hungernden, der
Kriegskrüppel, von den Heimkehrern und Heimatlosen, von allen, die der Krieg gezeichnet
hatte.
Der ihm von Freunden verschaffte Kuraufenthalt in der Schweiz kam zu spät. Borchert starb
am 20. November 1947 in Basel. Zwei Tage später führten die Hamburger Kammerspiele seine
dramatischen Szenen "Draußen vor der Tür" auf, die in die Weltliteratur
eingingen.
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