Braque, geboren am 13. Mai 1882 in Argenteuil, studierte an der Académie Humbert in Paris
und 1903 kurzfristig an der École des Beaux Arts. 1905 schloß er sich, eingeführt
durch Émile-Othon Friesz, den Fauves an und arbeitete mit Friesz 1906 in Antwerpen und
L´Estaque. Dabei entstanden die Bilder "Hafen in Antwerpen" und "Der
Landungssteg von L´Estaque".
1907, als Picasso sein epochemachendes, den Beginn des Kubismus
verkörperndes Bild "Les Desmoiselles d´Avignon" geschaffen hatte, traf Braque
in Paris mit dem Spanier zusammen, und es entwickelte sich eine enge Arbeitsgemeinschaft.
1909 wurden auf einer Ausstellung die Arbeiten Braques, aus geometrischen Formelelementen
komponierte Stilleben, als "kubische Bizarrerien" bezeichnet. Damit war der
Begriff "Kubismus" gefunden für eine Kunstrichtung, die zwei Phasen durchlief:
1909-12 der "analytische Kubismus", die Auflösung der natürlichen Formen unter
hauptsächlicher Verwendung der Farben Grau und Ocker ("Weibliche Gestalt",
"Mann mit Geige"); 1912-20 der "synthetische Kubismus", Collagen aus
Zeitungsfetzen, Tapeten und Packpapier, mit Ölmalerei kombiniert ("Die
Obstschüssel", "Stilleben auf dem Tisch").
Seit 1918 arbeitete Braque eng mit Juan Gris zusammen, seither trat bei ihm wieder mehr
die Farbe in den Vordergrund. Die "Atelierbilder" der 30er Jahre tendierten mehr
zur räumlichen Gestaltung ("Atelier mit schwarzer Vase"). Nach dem II.
Weltkrieg malte er die Deckenbilder des Etruskersaales im Louvre und die Glasbilder in der
Kirche von Varengeville. Braque starb am 31. August 1963 in Paris.
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