Luis Buñuel, am 22. Februar 1900 in Calanda in der Provinz Teruel geboren, schrieb sich
1926 an der französischen Filmakademie ein. Zusammen mit Dali
drehte er 1928 seinen ersten Film "Der andalusische Hund", dessen beunruhigende
Bildwelt vom Surrealismus geprägt war. Das von einer Rasierklinge durchschnittene Auge
gehört zu den berühmtesten Schockszenen der Filmgeschichte. Auch "das goldene
Zeitalter" (1930) löste mit seinen Bezügen zu de Sade einen Skandal aus. Nach
dem Spanischen Bürgerkrieg ging Buñuel nach Mexiko. In den 40er Jahren rief man ihn nach
Hollywood, um antinationalsozialistische Filme und Armeedokumentationen zu drehen. Nachdem
ihn Dali jedoch öffentlich des Atheismus beschuldigt hatte verlor er seinen Auftrag und
kehrte nach Mexiko zurück, wo ihm der Erfolg einiger kommerzieller Projekte einen seiner
größten Filme ermöglichte: "Los Olvidados" (1950). Er wandte sich nun
sozialkritischen Themen zu, ließ jedoch die Bildersprache seiner frühen surrealistischen
Werke einfließen.
Ab 1955 wieder in Frankreich, erregte er auch dort immer wieder die Gemüter, vor allem
mit seinem ausgeprägten Antiklerikalismus, etwa in "Narzarin" (1958) oder
"Viridiana" (1961). Diese Filme wie auch seine späteren waren formal
zugänglicher, kulminierten aber mehr und mehr zu beißend ironischen Demaskierungen der
bürgerlichen Gesellschaft, wie etwa in "Belle de Jour" (1966), "Der
diskrete Charme der Bourgeoisie" (1972) oder "Dieses obskure Objekt der
Begierde" (1977). Buñuel starb am 29. Juli 1983 in Mexiko.
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