Einer der Begründer der Kunst- und Kulturgeschichte.
Der am 25. Mai 1818 in Basel geborene Burckhardt stammte aus einer Künstler- und
Gelehrtenfamilie. Er studierte zunächst Theologie und 1839-43 in Berlin und Bonn bei
Ranke und Kugler Geschichte und Kunstgeschichte. 1854 wurde er Professor am Polytechnikum
in Zürich, 1858-93 lehrte er in Basel.
Sein erstes großes Werk, "Die Zeit Constantins des Großen"
(1853), deutet nicht nur sondern ist zugleich eine Stellungnahme zur eigenen Gegenwart.
Drei Italienreisen lenkten dann sein Interesse auf die Renaissance. 1855 erschien
"Cicerone". Eine Anleitung zum Genuß der Kunstwerke Italiens". Sein
Hauptwerk, "Die Kultur der Renaissance in Italien" (1860), läßt in
Querschnitten das komplexe Gesamtbild einer Epoche entstehen, in der das Individuum seiner
selbst bewußt wurde. 1867 folgte "Geschichte der neueren Baukunst. Die Renaissance
in Italien". Danach hat Burckhardt bis zu seinem Tod am 8. August 1897 in Basel
nichts mehr publiziert.
Die zahlreichen Schriften aus seinem Nachlaß weisen ihn als einen
großartigen Geschichtsdenker aus. Seine vierbändige "Griechische
Kulturgeschichte" (1898 - 1902) widerlegt das idealisierende neuhumanistische
Griechenbild, und in seinen kulturpessimistischen "Weltgeschichtlichen
Betrachtungen" (1905) stellt er neben die beiden "Potenzen" Religion und
Politik eine dritte, häretische Potenz: die Kultur.
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