Daguerre, am 18. November 1787 in Cormeil-les-en-Parisis geboren, war zunächst
Dekorations- und Illusionsmaler, dessen Spezialität Dioramen waren, die durch wechselndes
Licht den Eindruck von Bewegunghervorriefen.
Der britische Chemiker Davy hatte erstmals auf mit Silbersalz lichtempfindlich
gemachtem Papier flache Gegenstände abgebildet, aber erst dem französischen Erfinder Niepce war es gelungen, mit einem langwierigen Verfahren auch
Dreidimensionales zu reproduzieren. Er benutzte dazu silberbeschichtete Kupferplatten, die
er mit Joddampf entwickelte. Daguerre konnte die zeitaufwendige Belichtung einer solchen
Platte auf einen kurzen Moment beschränken, als er 1835 erstmals Quecksilber statt Jod
zur Entwicklung verwendete und einige Jahre später die Fixierung mit Natriumsulfat
entdeckte. Die nach ihm "Daguerreotypien" benannten Bilder waren Positive, von
denen kein Abzug möglich war, und dienten meist als Hilfsmittel für gemalte Portraits
und Landschaftsbilder.
Daguerre und Niepce bekamen 1839 vom französischen Staat für ihre Erfindung eine
lebenslange Rente zugesprochen. Als Daguerre am 10. Juli in Bry-sur-Marne starb, hatte er
den Grundstein der modernen Photographie gelegt, die dann nach der Erfindung des
Kopierfähigen Negativs durch Talbot im Jahre 1840 ihren Siegeszug antrat.
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