Der ehemalige Sieger suchte den Ausgleich mit den Besiegten.
Dayan, geboren am 20.5.1915, schloß sich als 14jähriger der Selbstschutzorganisation
der jüdischen Gemeinschaft in Palästina, der Haganah, an, wurde 1939 wegen Überfällen
auf Araber zu einer Zuchthausstrafe verurteilt und kämpfte im II. Weltkrieg auf allierter
Seite im Libanon und in Syrien.
1953 wurde er Generalstabschef und während des Sinaifeldzuges 1956 Oberbefehlshaber
der israelischen Armee. Seit 1959 Mitglied der Knesset, war er zuerst Landwirtschafts-,
dann Verteidigungs- und zuletzt Außenminister. Der bei der Bevölkerung sehr beliebte
Dayan erreichte den Höhepunkt seiner Popularität 1967, als er im Sechstagekrieg
Ägypten, Syrien und Jordanien besiegte.
Der Rückschlag, den Israel durch den Jom-Kippur-Krieg 1973 erlitt, führte zu einem
Umschwung der öffentlichen Meinung und löste, bedingt durch Dayans Weigerung,
zurückzutreten, den Sturz des Kabinetts Meir aus. 1977 bereitete Dayan als Außenminister
in Begins Likud-Kabinett das Camp-David-Abkommen vor. Da er in der Folgezeit die Besetzung
überwiegend von Palästinensern bewohnter Gebiete ablehnte und für die Eigenständigkeit
der arabischen Bevölkerung in Judäa und Samaria plädierte, führte das zum Konflikt mit
dem Regierungschef und 1979 zu seinem Ausscheiden aus dem Kabinett. Wie 1964 die
Rafi-Partei, gründete er die Temilen Partei, die aber bei den Wahlen zur Knesset im Juni
1981 lediglich zwei Sitze errang.
Am 16. Oktober 1981 erlag Dayan einem Herzversagen. Auch in der arabischen Welt wurde
nun seine Politik des Ausgleichs gewürdigt.
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