Der Theologe und Kirchenhistoriker wurde am 28. Februar 1799 in Bamberg geboren. 1826
von König Ludwig I. an die Universität München berufen, trat er zunächst als
entschiedener Gegner des Protestantismus und der Aufklärung hervor. Er schloß sich dem
Görres- Kreis an und wurde 1848 in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt.
Wegen seines Eintretens für die Trennung von Staat und Kirche und der Ablehnung des
päpstlichen Primatsanspruches geriet er in erste Konflikte mit Rom. Daher war er an der
Vorbereitung zum 1. Vatikanischen Konzil (1869/70) nicht beteiligt. Seine Befürchtung,
Rom könne sich vollends den neuen Entwicklungen verschließen, sah er durch die
Verkündigung des Unfehlbarkeitsdogmas bestätigt. Auf seine scharfen Attacken reagierte
der Vatikan mit seiner Exkommunikation im Jahre 1871.
Damit war die Akademische Karriere des 72jährigen jedoch keineswegs beendet: 1872
wurde er Rektor der Universität München, und 1873 berief ihn Ludwig II. an die Spitze
der Bayrischen Akademie der Wissenschaften.
Der altkatholischen Kirche, die sich nach seiner Exkommunikation von Rom abgespalten
hatte, gehörte Döllinger, der am 10. Januar 1890 in München starb, selbst nie an. In
den letzten Jahren seines Lebens war die Wiedervereinigung der Christen sein kirchliches
Ideal.
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