Der jüngste der drei großen griechischen Tragödiendichter.
Euripides, geboren um 485/484 oder 480 vor Christus auf Salamis, galt als ernster und
verschlossener Mensch, der am öffentlichen Leben wenig teilnahm. 438 wurde in Athen sein
erstes Stück, "Alkestis", aufgeführt. "Medea",
"Andromache", "Elektra", "Troerinnen", "Orest" und
"Iphigenie in Aulis" sind nur einige seiner zahlreichen Werke. 75 sind dem Titel
nach bekannt, 18 erhalten. Im Gegensatz zu Aischylos und
Sophokles, die an der überlieferten Gläubigkeit festhielten, sind die Gestalten des
Euripides erstmals den Göttern entwachsen.
Er gewähtr in seinen Tragödien tiefe Einblicke in die Seelenkräfte und unlösbaren
Konflikte menschlichen Daseins. Frauen- und Sklavengestalten treten bei ihm in den
Vordergrund, und die Tragödie verliert ihre kultische Bedeutung. Dies trug ihm den
Vorwurf der Gottlosigkeit ein. 408 ging Euripides an den Hof des Makedonenkönigs
Archelaos in Pella, wo er vermutlich 407/06 vor Christus starb.
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