Feuchtwanger, geboren am 7. Juli 1884 in München als Sohn eines jüdischen
Fabrikanten, gründete nach seiner Promotion in München 1908 die Kulturzeitschrift
"Der Spiegel" und arbeitete als Kritiker für Jacobsohns
"Schaubühne". 1914 bei Ausbruch des Krieges in Tunesien interniert, floh er
nach Deutschland und beteiligte sich an der Revolution 1918/19.
1919 lernte er in München Bertolt Brecht kennen, mit
dem er fortan eng zusammenarbeitete. 1923 erschien sein Roman "Die häßliche
Herzogin Margarete Maultasch". Den Durchbruch als Romancier erreichte er 1925 mit
seinem "Jud Süß", der ihn international bekannt machte und in einer
verfälschten Version im Dritten Reich verfilmt wurde.
1932 trat Feuchtwanger eine Vorlesungsreise in die Vereinigten Staaten an, erfuhr 1933
von seiner Ausbürgerung und der Verbrennung seiner Bücher und ließ sich in
Sanary-sur-Mer (Südfrankreich) nieder. Das Schicksal des jüdischen Volkes blieb ein
beherrschendes Thema für Feuchtwanger. Es entstand die "Wartesaaltrilogie", die
sich zusammensetzt aus den Romanen "Erfolg", "Geschwister Oppenheim"
und "Exil" (1930-40).1941 zog er nach Los Angeles und lebte dort bis zu seinem
Tod am 21. Dezember 1958.
Feuchtwanger war einer der wenigen deutschen Schriftsteller, die auch im Exil ihre
Leserschaft fanden. Seine Romane "Die Brüder Lautensack" (1944), "Die
Jüdin von Toledo" (1955), vor allem aber "Goya oder Der arge Weg der
Erkenntnis" (1951) wurden zu großen Erfolgen in den Vereinigten Staaten.
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