Geprägt von den Jugenderfahrungen aus dem Dreißigjährigen Krieg, arbeitete der seit
1640 in Brandenburg regierende Kurfürst Friedrich Wilhelm, geboren am 16. Februar 1620 in
Köln, zäh und listig an der Formung eines wehrhaften Staates aus seinen vom Niederrhein
bis in die Masuren verstreuten Erblanden.
Dabei setzte er sowohl sein schlagkräftiges 30.000 Mann Heer ein als auch eine
Schaukelpolitik, die als "brandenburgisches Wechselfieber" sprichwörtlich
wurde. Oft überreizte Friedrich Wilhelm dabei seine Karte, mußte manchen Gewinn wieder
hergeben (vor allem das zweimal eroberte Vorpommern), sicherte sich aber fast unbemerkt
eine Schlässelstellung in der europäischen Politik.
Spätestens nach dem glänzenden Reitersieg über die Schweden 1675 bei Fehrbellin war
aus ihm der bewunderte "Große Kurfürst" geworden. Dazu trug auch bei, daß er
1660 im Frieden von Oliva die volle Souveränität über das Herzogtum Preußen errungen
hatte und daß er erkannte, daß Menschen der wertvollste "Rohstoff" jeden
Landes waren: 1685 erließ er das Toleranzedikt von Potsdam, das über 15.000 verfolgte
französische Hugenotten ins Land lockte.
Das bescherte dem eher armen Brandenburg-Preußen eine bescheidene Blüte und dem am 9.
Mai 1688 in Potsdam verstorbenen Kurfürsten einen Ehrenplatz im preußischen Pantheon.
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