Johann Christoph Gottsched, geboren am 2. Februar 1700 in Juditten, studierte im
nahegelegenen Königsberg Geisteswissenschaften. 1724 floh er vor den preußischen
Soldatenwerbern nach Leipzig und wurde hier Professor für Poesie, Logik und Metaphysik
und setzte sich unter dem Eindruck des französischen klassizistischen Dramas und der
Philosophie Wolffs für die Reform von Sprache, Dichtung und
Theater ein - statt gekünstelter, unnatürlicher Redeweise forderte er Klarheit in
Sprache und Handlung.
Gemeinsam mit der Schauspielerin Caroline Neuber
veranstaltete er regelmäßige Aufführungen von Stücken, die seiner Auffassung
entsprachen und zum Teil aus seiner beziehungsweise der seiner Frau Luise stammten oder von ihnen übersetzt waren. 1737 verbannten
die beiden den Hanswurst von der Bühne.
Die Zusammenarbeit mit Caroline Neuber trug entscheidend dazu bei, den bisher wenig
geachteten Schauspielerberuf sozial aufzuwerten. Von 1727 bis 1740 war Gottsched der
unangreifbare Kulturpapst, der die Entstehung der bürgerlichen Literaturgesellschaft
eingeleitet hatte, ehe er an Ansehen verlor. Vor allem Lessing lehnte seinen Dogmatismus
ab. Der Literaturtheorethiker starb am 12. Dezember 1766 in Leipzig.
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