Künstlerischer Geißler der herrschenden Klasse der Weimarer Republik.
Der sozialkritische Maler und Graphiker Georg Ehrenfried Grosz wurde am 26. Juli 1893
in Berlin geboren. Nach Studien in Berlin und New York entwickelte er sich zu einem der
schärfsten Satiriker der deutschen Kunst. Obwohl er sich durchaus traditioneller
Techniken, wie der des Ölgemäldes, bediente, blieb sein wichtigstes Ausdrucksmittel die
Karikatur.
Als Mitglied des 1918 gegründeten "Club Dada" gab er mehrere satirische
Zeitschriften heraus, in denen er Collage und Photomontage als demaskierendes Mittel
einsetzte. Er schuf die Mappenwerke "Gott mit uns" (1920), "Das Gesicht der
herrschenden Klasse" (1921), "Ecce Homo" (1922), "Der
Spießerspiegel" (1925) und andere.
Typisch für die Ausdrucksform Grosz ist das Gemälde "Stützen der
Gesellschaft" (1926). In seinen Bildernverbindet sich psychologische Schärfe mit
neusachlicher Genauigkeit. 1933 emigrierte er in die Vereinigten Staaten, wo er am Art
Students League in New York lehrte.
Dort gab er vorübergehend seine klassenkämpferische Haltung zugunsten eines
anspruchslosen Realismus auf. Dennoch beschäftigte er sich auch dort mit aktuellen
Themen. Grosz starb am 6. Juli 1959 in Berlin.
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