Der am 16. Oktober 1708 geborene Berner war ein Wunderkind: Mit neun Jahren schrieb er
ein griechisches Lexikon, als Zwölfjähriger eine chaldäische Grammatik, schon mit
fünfzehn besuchte er die Universität und promovierte mit neunzehn zum Doktor der
Medizin.
Danach studierte er Mathematik und Botanik, schließlich ließ er sich in Bern als Arzt
nieder. In dieser Zeit veröffentlichte er sein Lehrgedicht "Die Alpen", mit dem
er zum Vorläufer für Schillers Gedankenlyrik wurde.
1736 berief ihn die Universität Göttingen zum Professor in gleich drei Fächern:
Botanik, Chirurgie und Anatomie. Außerdem gründete er dort eine Geburtsklinik, einen
botanischen Garten und eine Zeichenakademie.
In den Jahren 1745-53 redigierte er die "Göttinger Gelehrten Anzeigen",
denen er europaweit ein hohes Ansehen verschaffte. Seine anatomischen Forschungen
beeinflußten die Physiologie bis weit ins vorige Jahrhundert. 1749 wurde er geadelt. 1753
kehrte Haller aus gesundheitlichen Gründen nach Bern zurück, wurde Rathausamtmann, dann
Direktor der staatlichen Salzwerke in Roche.
Danach führte er Aufsicht über Krankenhäuser, betrieb die Reorganisation des
schweizerischen Schulwesens, Ärztefortbildung und Armenpflege. Trotz vieler Angebote
verschiedener Höfe Europas verließ er seine Heimat nicht mehr. Er starb am 12. Dezember
1777 in Bern.
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