Der Philosoph, geboren am 20. Februar 1882 in Riga, wurde 1909 Privatdozent, 1920
Professor in Marburg, dann 1925 in Köln und 1931 in Berlin. Seit 1946 lehrte er in
Göttingen und war anfänglich der marburger Schule des Neukantianismus verpflichtet.
Hartmann schuf eine alle Probleme der Philosophie umfassende Ontologie und entwickelte
darin einen Schichtenaufbau des Seins.
Er unterscheidet eine anorganische, eine organische und eine geistig-seelische Schicht.
Die jeweilig höhere Schicht baut auf der unteren auf, läßt sich aber nicht völlig
darauf zurückführen. Der Philosoph entwickelte eine Kategorienlehre, mit der der Weg der
Erkenntnis dargestellt werden kann, wobei er eine eindeutige idealistische oder
materialistische Position vermied.
Er ließ die Sphäre des realen neben der des idealen Seins stehen, ohne eine
hierarchische Abhängigkeit anzunehmen. Zur idealen Sphäre gehören beispielsweise die
moralischen Werte, denen Hartmann ein absolutes Sein zuschrieb. Seine wichtigsten Werke
sind: "Grundzüge einer Metaphysik der Erkenntnis", "Ethik", "Das
Problem des geistigen Seins", "Zur Grundlegung der Ontologie",
"Möglichkeit und Wirklichkeit" und "Der Aufbau der realen
Welt".
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