Heine wurde am 13. Dezember 1797 als Harry Heine in Düsseldorf als Sohn eines
jüdischen Kaufmanns geboren, absolvierte eine Kaufmannslehre in Frankfurt und arbeitete
dann ab 1816 bei seinem Onkel Salomon Heine in dessen Hamburger Bankhaus. Da der
Onkel das mangelnde kaufmännische Talent seines Neffen erkannte, ermöglichte er ihm ein
Jurastudium in Bonn und Göttingen, nach einem Duellvergehen in Berlin.
1824 machte er seine berühmte Wanderung durch den Harz und besuchte Goethe, im Jahr darauf promovierte er und trat zum Christentum
über (von da an nannte er sich Heinrich). Seine Hoffnungen, an einer Universität lehren
zu können, zerschlugen sich. 1827 veröffentlichte er seine "Harzreise", noch
im gleichen Jahr erschien das "Buch der Lieder" mit seinen bisherigen Gedichten,
das bis heute eines der erfolgreichsten Lyrikbücher der Welt werden sollte.
Da die "Harzreise" ebenfalls erfolgreich war, schrieb er 1826-1831 weitere
"Reisebilder". Da sich Heine in seiner politischen Meinung im Zeitalter der
engstirnigen Restauration zusehends eingeengt fühlte, nahm er 1831 das Angebot der
"Augsburger Allgemeinen Zeitung" aus dem Verlagshaus Cotta
an, als Korrespondent nach Paris zu gehen, von wo er nur noch zu zwei kurzen Reisen
1843
und 1844 zurückkehrte, die er in den beiden Versepen "Atta Troll" (1843) und
"Deutschland, ein Wintermärchen" (1844) verarbeitete.
In Paris pflegte er engen Umgang mit den Saint-Simonisten und verkehrte mit Karl Marx, während die Beziehungen zur deutschen
Exilanten-Gemeinde oft etwas gespannt waren. Heine bezeichnete sich selbst als letzten
Romantiker, wiewohl Teile seines Werkes bereits dem Realismus zuzuordnen sind und er den
Romantikern oft beißenden Spott zukommen ließ, etwa im "Atta Troll" und in der
"Romantischen Schule" (1836).
Sentimentalitäten hat er meistens ironisiert, etwa in der "Loreley", deren
gefühlige Vertonung Heines Spott überzuckert. Durch seine stilistisch brillanten
journalistischen Arbeiten gilt er als Begründer des modernen Feuilletons. Mit zunehmendem
Alter und beginnender schwerer Krankheit gerann dem stets vom Heimweh Geplagten und von
der deutschen Zensur Unterdrückten mancher Spott zur Bitterkeit, manche Kritik, wie etwa
in seinem Börne-Buch, ungerechtfertigt scharf.
In den letzten Jahren war er durch sein Rückenmarkleiden an sein Bett gefesselt, doch
blieb auch in der "Matrazengruft" seine Schaffenskraft bis zuletzt fast
ungebrochen. Er starb am 17. Februar 1856 in Paris.
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