Heinrich von Meißen (ca. 1250 bis 1318 nach Christus)
"Frauenlob" war einer der wichtigsten Dichter des Spätmittelalters.
Der um 1250 in Meißen geborene Heinrich war bürgerlicher Herkunft und bereiste als
fahrender Lied- und Spruchdichter die Fürstenhöfe. 1278 hielt er sich am Hof Rudolfs von
Habsburg auf und war im selben Jahr Zeuge der Schlacht auf dem Marchfeld.
Auch Aufenthalte bei Wenzel II. von Böhmen und Waldemar von Brandenburg sind
nachgewiesen. Heinrich von Meißen knüpfte an die staufische Klassik an, die er mit
Bilderreichtum und einem manierierten Stil zu übertreffen suchte. In seinen Sprüchen
gestaltete er weltliche und geistliche Themen und führte in der Vermischung von Lied und
Spruch zum Meistersang hin, stand jedoch als Hofdichter dieser Kunstauffassung fern,
obwohl die Meistersinger ihn als ihr Vorbild und als Begründer ihrer Kunst ansahen.
Durch einen Verswettkampf mit dem Fahrenden Bartel regenbogen, in dem es um die
Bezeichnungen vrouwe (Frau) oder wîp (Weib) ging, erhielt er seinen Beinamen
"Frauenlob". Höhepunkt seines Schaffens sind die drei überlieferten,
strophisch durchkomponierten Leiche: marienleich, Kreuzleich, Minneleich.
Seit 1312 lebte er in Mainz, wo er am 29. November 1318 an einer Vergiftung starb.
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