Als Sohn eines Staatsanwaltes am 30. Oktober 1887 im schlesischen
Hirschberg geboren, wurde Heym ebenfalls Jurist, gab jedoch den ungeliebten
Beruf auf, um sich mit Sprachstudien auf eine Diplomatenlaufbahn vorzubereiten.
Schon als Jurastudent trug er seine Gedichte in literarischen Clubs vor.
In seinen formstrengen Sonetten wandte er sich mit der Unerbittlichkeit des
jugendlichen Genies gegen den Staat, die Familie ("schweinerner
Vater") und beschwor die dämonische Großstadt. Seine Vorbilder waren,
unter anderen, die französischen Avantgardisten Baudelaire
und Rimbaud.
Das bekannteste Gedicht "Der Gott der Stadt" (1910) fordert den
Gott Baal auf, die Stadt zu zerstören. Seine Lyrik ("Der ewige Tag",
"Umbrae Vitae") beschreibt das Weltende, die Einsamkeit und die
Schrecken, den er vorausahnte. Neben Georg Trakl
und Ernst Stadler ist Heym die größte lyrische Begabung vor dem I. Weltkrieg.
Er schrieb auch Novellen ("Der Dieb") und Dramen ("Der Athener
Ausfahrt"). Zusammen mit einem Freund ertrank er am 16. Januar 1912 beim
Schlittschuhlaufen auf der Havel.
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