Paul von Beneckendorff und von Hindenburg (1847 bis 1934 nach Christus)
"Das Volk scheint den Hitler zu wollen."
Ob einem der Offizier und Politiker von Hindenburg als Retter oder
Verhängnis erscheint, ist eine Frage des Standorts: Der am 2. Oktober 1847 in
Posen geborene Feldherr schützte 1914 mit seinem Sieg bei Tannenberg
Deutschland vor dem Einmarsch der Russen, der greise Reichspräsident
übergab am 30. Januar 1933 dem Mann die Macht, der eben dieses Reich in den
Untergang führen sollte.
Eigentlich hatte Hindenburg seine Karriere schon hinter sich, als er 1914
reaktiviert und zum "Helden der Ostfront" wurde. 1916 übernahm er die
Führung der Obersten Heeresleitung, konnte aber das Wunder im Westen aber nicht
wiederholen und musste 1918 zur Kapitulation raten.
Der Republik stand er innerlich fern, versagte sich aber nicht, als ihn die
Konservativen 1925 als Reichspräsident wollten. Zwar hielt er sich als solcher
streng an die Verfassung, untergrub sie aber zugleich durch inflationären
Einsatz von Notverordnungen, als seit 1930 kaum noch Mehrheiten im Reichstag
herzustellen waren.
Die Präsidialkabinette mündeten in Hitlers
Kanzlerschaft und nach Hindenburgs Tod am 2. August 1934 auf dem
westpreußischen Gut Neudeck in die Diktatur des "böhmischen
Gefreiten", wie Hindenburg Hitler meist abschätzig genannt hatte.
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