Man hat den früh Verstorbenen den "ersten Journalisten" genannt, und in der
Tat richtete er mit der Feder weit mehr aus als mit dem Schwert: Reichsritter Ulrich von
Hutten, geboren am 21. April 1488 auf Burg Steckelberg, legte sich früh mit allen
Autoritäten an, entfloh 1505 der Klosterschule Ettal, trieb sich als
"Studiosus" herum, verdingte sich von 1511 - 1518 beim Mainzer Kurfürsten Albrecht II. und lernte bei einem Romaufenthalt
(1515-1517) Klerus und Papsttum verachten.
Das trieb ihn in die Arme der Reformation Luthers,
dessen Sache er sich verschrieb. In Dialogen (u.a. "Vadiscus", 1520) und
Streitschriften (u.a. "Dunkelmännerbriefe", 1517) griff er Kirche und
mittelalterliche Gelehrsamkeit an, pries den geistigen Aufbruch des Humanismus und prägte
griffige Formeln im Kampf gegen Rom, wo mit drei Dingen "gehandelt" werde:
"mit Christo, geistlichen Lehren und Weibern". Die Wirkung seiner Schriften
war gewaltig, hingegen blieb ihm politischer Erfolg versagt. Nach gescheitertem
Reichsritteraufstand 1521 flüchtete er sich zu Zwingli,
der ihm ein Refugium auf der Insel Ufenau im Zürichsee verschaffte, wo Hutten am 29.
August 1523 an der Syphilis starb.
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