Neben Heidegger der bedeutendste deutsche Existenzphilosoph.
Karl Jaspers, am 23. Februar 1883 in Oldenburg geboren, war zunächst Psychologe in
Heidelberg und wurde dort 1916 Professor für Psychologie und 1921 für Philosophie.
Beeinflußt von der verstehenden Psychologie Diltheys,
entwickelte er eine geisteswissenschaftliche Psychopathologie.
Seine 1919 erschienene "Psychologie der Weltanschauungen" bildete den
Übergang zur Philosophie. Seit 1948 Professor in Basel, setzte sich Jaspers 1959/60 in
seinem Werk "Die großen Philosophen" eingehend mit der philosophischen
Tradition auseinander, während er in Reden und Aufsätzen sowie in seinem
weitverbreiteten Buch "Die Atombombe und die Zukunft des Menschen" zu
Lebensfragen der Gegenwart Stellung nahm. Damit wurde er zum Kritiker vieler totalitärer
Tendenzen der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts.
Jaspers starb am 26. Februar 1969 in Basel. Wie die übrige Existenzphilosophie
wurzelte auch das Werk Jaspers vor allem in Kierkegaard und Kant. Zentrales Thema seiner
Philosophie ist die menschliche Existenz, die er mit dem "Umgreifenden" und der
"Transzendenz" konfrontiert sieht. Sie läßt sich aber nur in
"Chiffren" greifen und verschließt sich einem verobjektivierenden Verständnis.
Die somit gefährdete menschliche Existenz vollzieht sich im Angesicht des
"Scheiterns".
Das sind letzte Situationen, die nicht verändert oder umgangen werden können, wie
Tod, Leiden, Kampf, Schuld. Nur in Ihnen kann sich das Ganze der Existenz verwirklichen.
Indem wir in eine solche Situation mit offenen Augen eintreten, werden wir ganz wir
selbst.
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