Kurt Georg Kiesinger (1904 bis 1988 nach Christus)
Kanzler der großen Koalition.
Als Abgeordneter der CDU gehörte der am 6. April 1904 in Ebingen (Schwaben)
geborene Jurist dem 1. Deutschen Bundestag an und wechselte 1958 als
Ministerpräsident nach Baden-Württemberg. Nach dem Absprung der FDP aus der
Bonner Koalition im Jahre 1966 riefen die Unionsfraktionen den redegewandten
Schwaben als Nachfolger des glücklosen Kanzlers Erhard
zurück nach Bonn.
In einer Koalition mit der SPD verabschiedete er in den bewegten Jahren der
Studentenunruhen (Außerparlamentarische Opposition) die umstrittenen
Notstandsgesetze und überwand die wirtschaftliche Rezession. Mit seinem
Außenminister Willy Brandt bemühte er sich um verbesserte Ostkontakte und nahm
erste diplomatische Beziehungen zu Ostblockländern auf.
Obwohl die CDU aus den Bundestagswahlen vom 28. September 1969 als stärkste
Fraktion hervorging, einigten sich Brandt und die FDP noch in der Wahlnacht auf
eine sozialliberale Koalition. Unter Kiesinger hatte die SPD ihre
Regierungsfähigkeit bewiesen. Zwei Jahre später verzichtete Kiesinger auf den
Parteivorsitz, den er 1967 von Erhard übernommen hatte. Er starb am 9. März
1988 in Tübingen.
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