Unerbittlicher Kämpfer gegen die sprachliche Verwahrlosung.
Der österreichische Schriftsteller, Sprach-, Gesellschafts-
und Kulturkritiker wurde am 28. April 1874 im böhmischen Jicin
geboren, kam jedoch schon als Kind nach Wien. Im Alter von 25
Jahren gründete er 1899 die Zeitschrift "Die Fackel",
in der er unmissverständlich und schonungslos die Korruption in
der K.K. Monarchie, die archaische Weltfremdheit der Justiz,
gesellschaftliche "Klüngel" und ganz besonders die
Presse bekämpfte, deren verantwortliche Redakteure er in seinem
Hauptwerk "Die letzten Tage der Menschheit" (1922) für
den Ausbruch des I. Weltkriegs verantwortlich machte.
"Die Fackel" gilt als Nährboden all seiner Werke,
in denen er sich immer wieder als Kritiker der politischen,
wirtschaftlichen, moralischen und künstlerischen Missstände sowie der Unwahrhaftigkeit seiner Zeit erwies. Er übte
Sprachkritik mit Hilfe von Zitaten, ein Verfahren, in dem der
Text zum Zeugen gegen seinen Autor wird.
Eine Ausgabe der "Fackel", in der er das
"Grauen des 3. Reiches" enthüllen wollte, zog er kurz
vor der Drucklegung zurück. Karl Kraus starb am 12. Juni 1936 in
Wien.
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