Wie Helene Lange in ihren Lebenserinnerungen schreibt, wurde sie an einem Tag
geboren, an dem in ihrer Heimatstadt Oldenburg Fenster zu Bruch gingen und sich
Tumulte auf den Straßen abspielten: Es war der 9. April des Revolutionsjahres 1848. Kämpferisch war auch ihr gesamtes Leben.
Einem liberalen Elternhaus entstammend, wurde sie mit 16 Vollwaise, und der
neue Vormund verweigerte ihr die Ausbildung zur Lehrerin. Sie ließ sich jedoch
nicht unterkriegen und legte schließlich 1872 in Berlin das Lehrerinnenexamen
ab. Von da an kämpfte Helene Lange für eine angemessene Ausbildung junger
Mädchen.
Sie unterstützte 1887 die sogenannte "Fraueneingabe" an das
Preußische Kultusministerium mit einer Begleitschrift, wurde 1892 Vorsitzende
des "Allgemeinen Deutschen Frauenvereins" und gründete zwei Jahre
später den "Bund Deutscher Frauenvereine" als Dachverband aller
Fraueninitiativen.
Zusammen mit ihrer Lebensgefährtin Gertrud
Bäumer gab sie "Die Frau", das Organ der bürgerlichen Frauenbewegung,
heraus. Nach dem I. Weltkrieg zog sie für die Deutsche Demokratische Partei in
die Hamburger Bürgerschaft ein. Sie starb am 13. Mai 1930 in Berlin.
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