Bartolomé de Las Casas (1474 bis 1566 nach Christus)
Ein langes Leben im Dienst der Menschlichkeit.
Trotz der erheblichen Reiserisiken und Transportprobleme ergoss sich gleich
nach Entdeckung der Neuen Welt ein Strom von Abenteurern, Glücksrittern,
Soldaten und Beamten aus Europa nach Amerika. Mit auf dieser Woge schwamm 1502 Bartolomé de
Las Casas, geboren 1474 in Sevilla, der auf Hispaniola, Haiti, Land erwarb und
es in üblicher Manier von indianischen Zwangsarbeitern nach dem sogenannten
Encomienda-System bewirtschaften ließ.
Mit seinem christlichen Gewissen aber konnte er die Ausbeutung auf Dauer
nicht vereinbaren und nahm seinen lebenslangen Kampf für die Rechte der
Indianer auf. Seit 1514 Geistlicher (1522 Dominikaner), wirkte er in der Heimat
wie in Mittelamerika für seine Befreiungstheologie, stieß aber fast überall
auf Unverständnis.
Erst 1542 konnte er Kaiser Karl V. zu den "Neuen Gesetzen" bewegen,
die aber nur geringe Besserung brachten und meist von den Sklavenhaltern vor Ort
umgangen wurden. Zeitweilig befürwortete Las Casas, seit 1543 Bischof von
Chiapas, Mexiko, den Ersatz der Indianer durch Negersklaven, distanzierte
sich aber später davon.
1547 bis zu seinem Tod am 31. Juli 1566 in Madrid wieder in Spanien, setzte
der "Apostel der Indianer" seinen Kampf schriftstellerisch fort
(Hauptwerk: "Historia general de las Indias").
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