Johann Kaspar Lavater (1741 bis 1801 nach Christus)
Von den Gesichtszügen schloss er auf die Seele.
Der Arztsohn wurde am 15. November 1741 in Zürich geboren, studierte
evangelische Theologie und wurde 1762 als Geistlicher ordiniert. Wegen einer
Streitschrift gegen die Ungerechtigkeiten des Züricher Landvogts zog er sich
die Feindschaft der Züricher Oberschicht zu.
Nach einer Pommernreise, auf der er Moses Mendelssohn
und Klopstock begegnete, übernahm er verschiedene Pfarrämter in seiner Heimatstadt.
Eine enge Freundschaft zu Goethe zerbrach 1785. Wegen seines Auftretens gegen
die Gewalttaten des französischen Direktoriums wurde er 1799 verhaftet und für
einige Monate nach Basel deportiert. Während der Eroberung Zürichs durch
André Masséna erlitt er bei der Versorgung eines verwundeten Soldaten eine
Schußverletzung, der er am 2. Januar 1801 erlag.
Lavaters Lieder und Dichtungen behandeln meist religiöse Themen,
volkstümlich wurden seine "Schweizerlieder", und in "Aussichten
in die Ewigkeit" traf er den Nerv der Zeit des Sturm und Drang. In seinem
seinerzeit weit überschätzten Hauptwerk "Von der Physiognomik"
vertrat er die Ansicht, von der körperlichen Erscheinung auf den Charakter
eines Menschen schließen zu können.
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