Von den Zeitgenossen hochgeschätzt, galten seine Dichtungen später als
"barocker Schwulst".
Der Sohn eines Zolleinnehmers wurde am 25. Januar 1635 im niederschlesischen
Nimptsch geboren und schloss bereits 1655 sein Jurastudium mit der Promotion ab.
Einer europäischen Bildungsreise, der Heirat und der Anwaltstätigkeit in
Breslau folgten Jahre als Syndikus, kaiserlicher Rat und Gesandter (1675).
1670 wurde er "von Lohenstein" geadelt. Als Dichter waren Seneca
und das klassische französische Drama seine Vorbilder. Er schrieb historische
Tragödien in höfisch-überladener, pathetischer Sprache mit bombastischen
Bildern ("Zentnerworte") und gewalttätigen Handlungen (u.a.
"Ibrahim Bassa", 1650); "Kleopatra", 1661;
"Agrippina", 1665).
In dem Roman "Großmüthiger Feldherr Arminius oder Hermann nebst seiner
Durchlauchtigsten Thusnelda in einer Staats- und Liebes- und
Heldengeschichte" (1698/90), einem zweibändigen Werk mit 3.000 Seiten und
einer Fülle gelehrter Anmerkungen, breitet Lohenstein wie in einer
Enzyklopädie das Bildungsgut seiner Zeit aus.
Der Barockdichter starb am 28. April 1683 in Breslau.
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