Ludwig IV., der Bayer (1287 bis 1347 nach Christus)
Der Kaiser von eigenen Gnaden.
Der 1287 geborene Wittelsbacher wurde 1314 von fünf Kurfürsten zum
deutschen König gewählt, während die anderen für den Habsburger Friedrich
den Schönen stimmten, den Ludwig 1322 bei Mühldorf besiegte und gefangen nahm.
Darauf versuchte die Partei der Luxemburger um Erzbischof Balduin von Trier mit
Hilfe Frankreichs den Thron für sich zu gewinnen.
Als Ludwig seinen Herrschaftsanspruch in Italien deutlich machte, wurde er
1324 von dem in Avignon residierenden Papst Johannes
XXII. gebannt. Kurz darauf erklärte Ludwig in der Appellation von
Sachsenhausen den Papst seinerseits zum Ketzer, zog nach Italien, ließ sich
1327 in Mailand zum König der Lombardei und 1328 in Rom zum Kaiser krönen.
Als Gegenpapst bestimmte er Nikolaus V. Sein Kampf gegen die Kurie wurde von
Marsilius von Padua und Wilhelm von Ockham
publizistisch unterstützt. Die Aussöhnung mit den Habsburgern und der Renser
Kurverein von 1338 festigten seine Stellung, doch machte er sich durch seine
rigorose Hausmachtpolitik Feinde unter den Reichsfürsten.
So wagten die Luxemburger im Einvernehmen mit Papst Clemens VI. die Wahl
Karls IV. zum Gegenkönig. Zu einer Entscheidung kam es nicht mehr, da Ludwig am
10. Oktober 1347 in der Nähe von München tödlich verunglückte.
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