"Wo der Teufel nicht hin kann, schickt er ein altes Weib!" (Liselotte von der
Pfalz)
Françoise d`Aubigné wurde am 27. November 1635 in Niort geboren und heiratete
17jährig den viel älteren Komödiendichter Paul Scaron, der nur wenige Jahre darauf
starb. 1669 kam sie an den Hof Ludwigs XIV., um die Erziehung seiner Kinder aus der
Verbindung mit Madame de Montespan zu übernehmen.
Schon bald stand sie hoch in der Gunst des Königs und konnte ihre Rivalin verdrängen.
Nach dem Tod der Königin (1683) erhielt sie mit der Herrschaft Maintenon auch den Titel
einer Marquise, und ein Jahr später ließ sich der König heimlich mit ihr trauen. Sie
gewann so immensen Einfluß, daß die Aussage ihrer Erzfeindin Liselotte von der
Pfalz, Frankreich werde von "Weibern und Pfaffen" regiert, trotz der
persönlichen Vorurteile gegenüber der bürgerlichen "alten Zott" durchaus
zutreffend war.
Calvinistisch erzogen und im Alter von 14 Jahren zum Katholizismus bekehrt, drängte
sie Ludwig XIV. mehr und mehr in eine konfessionell bestimmte Politik. Nach seinem Tod
(1715) war ihr Einfluß jedoch gebrochen, da Liselottes Sohn die Regentschaft übernahm.
Die Marquise zog sich nach Saint Cyr zurück, wo sie am 15. April 1719 starb.
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