"Hat der Dichter im Geist ein köstliches Liedchen empfangen..."
Der schwäbische Dichter wurde am 8. September 1804 als Sohn eines Arztes in
Ludwigsburg geboren. Jugendfreundschaften verbanden ihn unter anderem mit Friedrich Theodor Vischer und David
Friedrich Strauß. Da er Pfarrer werden wollte, besuchte er ab 1818 das theologische
Seminar in Urach und 1822-26 das Tübinger Stift.
Hier verliebte er sich in Klara Meyer, die er in seinen Werken als
"Peregrina" verewigte. In seiner Vikariatszeit (1826-34), die er in
verschiedenen kleinen württembergischen Orten verbrachte, fällt die Verlobung mit Marie
Luise Rau, die nach vier Jahren wieder gelöst wurde. Seine Versuche, einen anderen Beruf
zu ergreifen scheiterten.
Danach war er Pfarrer, zunächst in Cleversulzbach (1834-43), dann im Mergentheim. 1851
heiratete er Margarethe von Speth und ging mit ihr nach Stuttgart, wo er am 4. Juni 1875
starb. Das Werk Mörikes, der zum Freundeskreis der schwäbischen Romantiker um Uhland und Kerner gehörte, steht an der Nahtstelle zwischen
romantik und Realismus.
Als Lyriker verband er das Formbewußtsein der Klassiker, vor allem Goethes, mit der Schlichtheit der in der Romantik beliebten
Volkslieder und fand so zu einem ganz eigenen Ausdruck. Herausragende Prosawerke sind der
Roman "Maler Nolten" (1832) und die Novelle "Mozart auf der Reise nach
Prag" (1838).
Die Vermischung romantische Zartheit und Melancholie mit schwäbisch-hintergründigem
Humor und verträumter Heiterkeit kommt jedoch vor allem in seinen Märchen zum Ausdruck,
besonders im "Stuttgarter Hutzemännlein" (1835), in das die "Historie von
der schönen Lau", sein schönstes Kunstmärchen, eingefügt ist.
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