Seine Entlassung war das Fanal zum Sturm auf die Bastille.
Der am 30. September 1732 in Genf geborene Sohn eines aus Brandenburg stammenden
Rechtsprofessors eröffnete nach Tätigkeit in einer Pariser Bank schon bald sein eigenes
Bankhaus und wurde 1768 Gesandter Genfs und Syndikus der Ostindien Kompanie.
Von Ludwig XVI. 1777 an die Spitze der Finanzverwaltung berufen, nahm er eine
Steuerreform in Angriff, um des gewaltigen Defizits Herr zu werden, und ermöglichte
Frankreichs Teilnahme am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg durch Anleihen. In seinem
Bericht über die staatliche Finanzlage (1781) stellte er diese zwar günstiger dar, als
sie in Wirklichkeit war, da er aber auf die Verschwendung des Hofes als eine der
Hauptursache der Schuldenlast hinwies, wurde er entlassen.
Sein unfähiger Nachfolger Calonne konnte den drohenden Staatsbankrott nicht aufhalten,
so daß Necker 1788 vom König zurückgeholt wurde, um die Einberufung der Generalstände
zu organisieren. Er setzte dabei für das Bürgertum eine Verdoppelung der Vertretung des
Dritten Standes durch.
Seine liberale Politik brachte ihn bald im Gegensatz zum Hof, so daß er am 11. Juli
1789 neuerdings entlassen wurde. Die Erstürmung der Bastille drei Tage später erzwang
seine Rückkehr, doch konnte er den Verlauf der Revolution nicht mehr beeinflussen und
trat im September 1790 zurück. Vom Pöbel bedroht, kehrte er in die Schweiz zurück, wo
er sich von nun als politischer Schriftsteller betätigte.
Er starb am 9. April 1804 in Coppet im Kanton Waadt.
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