Der am 25. Juni 1894 im siebenbürgischen Herrmannstadt geborene Physiker hatte sich
schon in seiner Jugend für die Zukunftsromane von Jules Verne
und H.G. Wells begeistert. Trotzdem begann er 1913 auf
Wunsch seines Vaters, eines Chirurgen, in München das Studium der Medizin und wechselte
erst nach dem I. Weltkrieg zur Physik.
Oberths bahnbrechendes Werk "Die Rakete zu den Planetenräumen" (1923)
bildete die theoretische Grundlage für die spätere Raketenentwicklung. Bei seiner
Forschungstätigkeit auf dem von Rudolf Nebel geleiteten "Raketenflugplatz
Berlin" traf Oberth 1930 mit dem damals 18jährigen Wernher
von Braun zusammen, der später als Koordinator eines qualifizierten Teams in der
Heeresversuchsanstalt Peenemünde" die ersten Großraketen konstruierte, die gegen
Ende des II. Weltkrieges unter dem Namen "V 2" als Kriegswaffen eingesetzt
wurden.
1955 bis 1958 wirkte er in den USA als Beratungsingenieur und Mitarbeiter Wernher von
Brauns. Oberth, der zuletzt in Feucht bei Nürnberg lebte, machte in den 70er Jahren durch
die Entwicklung von "Winddrachen" zur Energiegewinnung noch einmal von sich
reden. 1984 veröffentlichte er sein Buch "Wählerfibel für ein Weltparlament",
in dem er sich mit wirtschaftspolitischen, philosophischen und religiösen Themen
befaßte.
Oberth starb am 28. Dezember 1989 in einer Nürnberger Klinik.
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