Sein Regelwerk beherrschte die deutsche Barockliteratur.
Opitz, am 23. Dezember 1597 im niederschlesischen Bunzlau geboren, entstammte einer
gutbürgerlichen protestantischen Familie und begann 1618 ein Jura- und Philosophiestudium
in Heidelberg. Vor den Wirren des Dreißigjährigen Krieges floh er nach Holland und war
dann, ehe er 1623 in seine schlesische Heimat zurückkehrte, Professor am Gymnasium von
Weißenburg in Siebenbürgen.
Er diente Herren beider Konfessionen als Diplomat und Ratgeber. Von Kaiser Ferdinand II. wurde er 1625 zum Dichter gekrönt und zwei
Jahre später als Opitz von Boberfeld geadelt. Nach abenteuerlichen Jahren als Diplomat
und schwedischer Agent in Polen war er zeitweise Hofgeschichtsschreiber des polnischen
Königs und zuletzt königlicher Sekretär in Danzig, wo er am 20. August 1639 an der Pest
starb.
Opitz war trotz seiner vielfältigen Aktivitäten ein sehr produktiver Dichter, dessen
Werke jedoch vor allem didaktisch angelegt waren, mit dem Ziel, die deutsche Literatur,
die noch im Schatten des Lateinischen stand, den anderen europäischen Nationalliteraturen
ebenbürtig zu machen. Zu diesem Zweck schrieb er 1624 in nur fünf Tagen sein Lehrbuch
"Von der deutschen Poeterey", das strenge formale und inhaltliche Regeln für
sämtliche Bereiche der Literatur festlegte und bis ins 18. Jahrhundert einflußreich war.
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