Pazifist, Jude, linker Intellektueller - ein rotes Tuch für die Nazis.
Das Bild ging um die Welt: KZ-Häftling Nummer 562 an einer Barackenwand, von Torturen
gezeichnet. Der Mann war Carl von Ossietzky aus Hamburg, geboren am 3. Oktober 1889.
Journalist und seit 1927 Herausgeber der Zeitschrift "Die Weltbühne", in der er
gegen Nationalismus, Militarismus und Borniertheiten aller Art zu Felde zog.
Das brachte ihn schon mit den Kulturwächtern der Weimarer Republik in Konflikt und
1931 nach einem Artikel über geheime Aufrüstung wegen "Landesverrats" für 18
Monate ins Gefängnis. Für Hitler die Verkörperung aller Feindbilder, wurde Ossietzky
nach dem Reichstagsbrand 1933 erneut verhaftet und in ein Konzentrationslager verschleppt,
seine Schriften flogen bei der Bücherverbrennung in die Flammen, die
"Weltbühne" wurde verboten.
1936 erhielt Carl von Ossietzky den Friedensnobelpreis, dessen Verleihung Berlin als
"beschämenden Vorgang" wertete und dessen Annahme untersagt wurde.
Tuberkolosekrank in eine Berliner Klinik entlassen, starb Häftling Nummer 562 dort am 4.
Mai 1938 an den Folgen der KZ- Quälereien.
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