Der Schöpfer des frühen realistischen deutschen Films.
Pabst, am 27. August 1885 im böhmischen Raudnitz geboren, war zunächst Schauspieler
und Regieassistent bei Carl Froelich und drehte 1923 seinen ersten Film ("Der
Schatz"). Zwei Jahre später hatte er einen Welterfolg mit "Die freudlose
Gasse". Dieser Film mit Greta Garbo und Asta Nielsen schockierte das Publikum durch
die schonungslos offene Darstellung menschlicher Erniedrigung. Sozialkritischer Realismus
kennzeichnete auch die folgenden Filme: "Die Büchse der Pandora", 1928 und
"Tagebuch einer Verlorenen", 1929.
Pabst schloß sich der progressiven Linken an, wurde 1930 Präsident der
Filmarbeiter-Organisation Dacho und gründete zusammen mit Erwin Piscator und Heinrich
Mann den Volksverbund für Filmkunst. Sein Antikriegsfilm "Westfront 1918"
(1930) machte ihn dann zur Zielscheibe nationalsozialistischer Hetze. Nach der
Machtübernahme ging er nach Frankreich, dann in die USA, kehrte aber 1939 nach
Österreich zurück, wo er bis Kriegsende drei Filme realisierte.
In der Nachkriegszeit drehte Pabst vor allem Filme, die sich mit dem
Nationalsozialismus auseinandersetzten (u.a. "Der Prozeß", 1948; der letzte
Akt", 1955). Er starb am 29. Mai 1967 in Wien.
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