Lange blockierte er die Versöhnung mit Deutschland.
Er lieferte den deutschen Nationalisten die beste Munition. Poincaré, 1913-20
französischer Staatspräsident, 1922-24 und 1926-29 Ministerpräsident. Am 20. August
1860 in Bar-le-Duc geboren, war er schon mit 27 Jahren Abgeordneter und durchdrungen vom
Gedanken an Revision der "Schmach von 1870/71".
Poincaré war mehrfach Minister und im Vorfeld des I. Weltkrieges einer der Architekten
der "Einkreisung" Deutschlands durch Pflege enger Beziehungen zu England und
Rußland. Im Krieg selbst gehörte der Präsident zu den kompromißlosen
Durchhaltepolitikern und danach zu den Befürwortern härtester Friedensbedingungen.
Durch sein Beharren auf ungeschmälerter Erfüllung der Forderungen aus dem Versailler
Vertrag, dem er 1923 durch die Ruhrbesetzung Nachdruck verlieh, wurde er für die deutsche
Rechte zum personifizierten "Erbfeind" und zum Wahlschlager aller
Republikfeinde.
Immer wieder durchkreuzte er den Versöhnungskurs Briands,
mußte aber schließlich bei wachsender Isolierung Frankreichs einlenken und den
Locarno-Vertrag akzeptieren. Kurz vor seinem Tod am 15. Oktober 1934 in Paris erschien
seine Rechtfertigungsschrift "Die diplomatischen Quellen des Krieges".
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