Ferdinand de Saussure (1857 bis 1913 nach Christus)
Leitete ein neues Zeitalter der Sprachtheorie ein.
Der schweizerische Sprachforscher wurde am 26. November 1857 in Genf als Sohn eines
Naturwissenschaftlers und Enkel des Naturforschers Horace Bénédict de Saussure geboren
und studierte in Genf, Leipzig und Berlin. Angeregt durch die Leipziger Schule der
sogenannten Junggrammatiker, stellte de Saussure bereits als Student die Frage, ob denn
die Sprache nichts anderes sei als die "Gesamtheit aller Sätze, die von einer
bestimmten Gruppe von Menschen zufällig hervorgebracht werden". Ab 1891 lehrte er
als Professor für Sanskrit und Sprachwissenschaft an der Universität Genf.
Er gliederte die Sprache in zwei unterschiedlich definierte Teilaspekte auf: Das
Sprachsystem ("langue") mit seinen Zeichen und Gesetzen ermöglicht erst die
Kommunikation; ihr gegenüber steht die tatsächliche, individuelle Rede
("parole") als sprachliche Erscheinung, die das System der "langue"
aktualisiert, sich aber darin nicht erschöpft.
De Saussure starb am 22. Februar 1913 auf Schloß Vufflens-sur-Morges. Erst seine
Schüler veröffentlichten 1916 die Genfer Vorlesung "Grundfragen zur allgemeinen
Sprachwissenschaft", die ihn zum Begründer der modernen strukturalen Linguistik
machte.
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