1918 gehörte er noch zu den Mitbegründern der liberalen Deutschen Demokratischen
Partei, gut ein Jahrzehnt später fand er sich auf der äußersten Rechten wieder und
intervenierte 1932 beim Reichspräsidenten für eine Ernennung Hitlers
zum Reichskanzler.
Hjalmar Schacht aus Tinglev in Nordschleswig, geboren am 22. Januar 1877, hatte als
Bankier Karriere gemacht, 1923 als Reichsbankpräsident entscheidend zur Überwindung der
Inflation beigetragen und war 1930 wegen Differenzen mit der Regierung über die
Reparationen zurückgetreten. Hitler berief ihn gleich nach der Machtübernahme 1933
wieder in sein Amt und machte ihn 1935 zu seinem Wirtschaftsminister.
Schacht avancierte damit zu einer Zentralfigur der Aufrüstung, die er mit einem System
von Wechseln finanzierte. Bald danach kam es aber zu einem Kompetenzgerangel mit Göring und zu Differenzen wegen des Vierjahresplans, so daß
Schacht 1937 als Minister und 1939 als Reichstagspräsident zurücktrat.
Bis 1943 noch Reichsminister ohne Geschäftsbereich, unterhielt er lose Verbindung zum
Widerstand, wurde 1944 verhaftet und nach der Befreiung 1945 erneut festgenommen, im
Nürnberger Prozeß aber freigesprochen. Nach zweiter erfolgreicher Karriere als
Finanzberater starb Schacht am 3. Juni 1970 in München.
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