Assoziationsreiche Sprache und eigenwillige Orthographie.
Seine "Etym-Theorie" besagte, daß durch unbewußte Einflüsse, vor allem aus
dem Bereich der Sexualität, Wörter und Wortgruppen auf bestimmte Verschreibungen
hindrängen, die auf ihren Ursprungsbereich zurückweisen. Schmidt hat solche
Wortschöpfungen typographisch oft kompliziert, sie reichen vom banalen Wortspiel bis zu
vielschichtig-polyglotten Strukturen.
Am bekanntesten ist "Zetels Traum" geworden, ein Werk von 1350 DIN-A3
Manuskriptseiten, die photomechanisch vervielfältigt wurden. Schmidt, am 18. Januar 1914
in Hamburg geboren, hat erst nach seiner Soldatenzeit ein Leben als freier Schriftsteller
begonnen, und zwar mit dem Erzälband "Leviathan" (1949), in dem er seine
Kriegserfahrungen in einer stark bildhaften Prosa gestaltete.
Wie in allen späteren Werken bleibt auch hier die eigentliche Handlung hinter dem
Beschreiben und Räsonieren in isolierten Kleinszenen zurück, einen Erzählfluß im
traditionellen Sinn gibt es nicht. Schmidt hat seit 1958 abseits vom Kulturbetrieb bei
Bargfeld in der Lüneburger Heide gelebt und ist am 3. Juni 1979 in Celle gestorben.
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