Joseph Alois Schumpeter (1883 bis 1950 nach Christus)
Ökonom zwischen Theorie und Geschichte.
Der Sozialwissenschaftler, am 8. Februar 1883 im mährischen Triesch geboren, war seit
1909 Professor in Czernowitz, 1911-18 in Graz, 1925-32 in Bonn und seit 1832 in Harvard.
1919 bekleidete er für einige Monate das Amt des österreichischen Finanzministers,
mußte aber wegen des Widerstandes der Sozialisten zurücktreten.
1922-24 war er Präsident der dann zusammengebrochenen Biedermann-Bank in Wien, bevor
er wieder zur akademischen Laufbahn zurückkehrte. In den USA gründete er 1937 die
"Econometric Society". Er starb am 8. Januar 1950 in Taconic, Connecticut.
Sein Leben lang hat den aus der Wiener Grenznutzenschule stammenden Ökonom die
historische Entwicklung sowohl der Dogmen seines Fachs als auch des realen Kapitalismus
interessiert. Der Anhänger eines Methodenpluralismus (Einsatz der Methode je nach
Fruchtbarkeit) erweiterte statische (Kreislauf-)Betrachtungen durch seine dynamische
Entwicklungstheorie, wobei als Verbindung zwischen Kreislaufmodell und Dynamik der
Pionierunternehmer fungiert.
Grundsätzlich forderte Schumpeter eine komplementäre Betrachtung ökonomischer
Problemlagen durch theoretische, historische und quantitative Analyse (" Theorie der
wirtschaftlichen Entwicklung", 1912; "Kapitalismus, Sozialismus und
Demokratie", 1942; "Geschichte der ökonomischen Analyse", 1965)
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