Als Hitler deutscher Reichskanzler wurde, konnte es nur
noch eine Frage der Zeit sein, bis er nach Österreich, seiner Heimat, greifen würde.
Bundeskanzler Kurt (Edler von) Schuschnigg, Nachfolger des 1934 von den
Nationalsozialisten ermordeten Dollfuß, suchte daher die
Anlehnung bei Italien und den Westmächten.
Selbst zwar faschistisch-autoritären Modellen zugeneigt, lehnte der Christsoziale
Schuschnigg, am 14. Dezember 1897 in Riva am Gardasee geboren, seit 1927 im Nationalrat
und mehrfach Minister, die Hakenkreuz-Ideologie mit ihrem Rassismus ab. Doch der braune
Riese im Norden wuchs, eine "Achse" Berlin-Rom bahnte sich an, die
Nationalsozialisten im eigenen Land ließen sich auch durch Terror kaum noch bändigen.
1938 mußte Schuschnigg akzeptieren, daß Hitlers Mann in Wien, Arthur Seyß-Inquart, ins Kabinett hineingenommen wurde,
versuchte aber, weiteren Zugeständnissen durch eine Volksabstimmung zuvorzukommen. Das
provozierte im März 1938 den deutschen Einmarsch, der auch nicht durch Hilferufe nach
London und Paris abzuwenden war.
Schuschnigg wurde bis Kriegsende in KZ-Haft gehalten und war danach unter anderem
Dozent in den USA. Am 18. November 1977 starb er in Innsbruck.
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